Seit seiner Gründung im Jahre 1926 durch Friedrich Rabenschlag kann der Leipziger Universitätschor unter der Leitung von David Timm heute auf eine bewegte Geschichte und reiche musikalische Tradition zurückblicken. Erfahren Sie hier, welche ehemaligen Leipziger Universitätsmusikdirektoren die künstlerische wie zwischenmenschliche Qualität des Chores inmitten historischer Zäsuren und politischer Umbrüche formten und stetig weiterentwickelten.

Leipziger Universitätschor im Porträt

Chronik

Friedrich Rabenschlag

1926

Am 17. Juni gründet der Student der Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie Friedrich Rabenschlag den „Madrigalkreis Leipziger Studenten" (MLS), die Keimzelle des heutigen Leipziger Universitätschores, aus einer Gruppe singbegeisterter Studierender der Universität und des Konservatoriums. Durch die Singbewegung geprägt, standen zunächst deutsche Liedsätze und europäische Madrigale im Mittelpunkt seiner Arbeit, bald durch geistliche Musik des 16. Jahrhunderts und die Werke von Heinrich Schütz erweitert.


1927

Im September führt der Madrigalkreis eine erste Singfahrt nach Danzig, Ostpreußen und ins Baltikum mit Konzerten u.a. in Danzig, Elbing, Allenstein, Lyck, Rastenburg und Riga durch. Dafür wurden zwei unterschiedliche Programme erarbeitet. Ein Programm beinhaltete Madrigale und Chorlieder von Komponisten des 16. Jahrhunderts, das andere – ein geistliches Programm – eine Motette von Johann Michael Bach, Chorsätze von Johann Rosenmüller, Hans-Leo Hassler und Johann Eccard sowie die „Deutsche Messe" (Teile aus den „Zwölf Geistlichen Gesängen") von Heinrich Schütz.


1928

Im August und September folgt eine zweite Singfahrt nach Norddeutschland, Ostpreußen, ins Baltikum und nach Finnland mit Konzerten u.a. in Schwerin, Rostock, Helsingfors, Riga, Danzig, Allenstein und Königsberg. Dabei wurden die Programme erheblich erweitert mit Werken aus der „Geistlichen Chormusik 1648" von Heinrich Schütz, seinem 111. Psalm und Chören aus „Markus- und Matthäus-Passion". Am 29. September stellt sich der Chor mit einer „Geistlichen Abendmusik" in der Thomaskirche erstmals in Leipzig vor.


1929

Der „Madrigalkreis Leipziger Studenten" singt zum ersten Mal öffentlich im Rundfunk. Leider gibt es aus dieser Zeit keine historischen Tondokumente, da es zu dieser Zeit üblich war, ohne vorherige Aufnahmen live im Studio zu singen.


1930

Der Chor gestaltet einen ersten Abend mit Werken von Josquin de Prés. In Ermangelung an vorhandenem Notenmaterial werden handschriftliche „Singbüchlein" angefertigt.


1931

Bei einer Geistlichen Abendmusik im Februar in der Thomaskirche mit altniederländischer Chormusik des 15. und 16. Jahrhunderts stehen die „Missa pange lingua" von Josquin de Prés und Passionsmotetten von Johannes Ockeghem, Pierre de la Rue und Josquin de Prés im Vordergrund. Die Chorproben finden ab diesem Jahr in der Universitätsbibliothek unter dem Portrait von Heinrich Schütz statt. In einer weiteren Geistlichen Abendmusik im Juni in der Thomaskirche führt Rabenschlag den ersten Teil aus der „Geistlichen Chormusik 1648" von Heinrich Schütz (Motetten zu 5 Stimmen) auf. Es folgen Konzerte im Oktober u.a. mit den „Deutschen Sprüchen von Leben und Tod" von Leonhard Lechner und im Dezember eine Weihnachtsmusik mit alten deutschen Weihnachtsgesängen des 16. und 17. Jahrhunderts, die Ende Dezember in der Nikolaikirche wiederholt wird. Wegen einer vorgesehenen Promotion über Balthasar Resinarius hält sich Rabenschlag bei Professor Kroger in Köln auf.


1932

In dieses Jahr fallen die Einstudierung und Aufführung mehrerer Programme, u.a. „Motettenkunst des Frühbarock" (Motetten von Jan Pieterszoon Sweelinck, Hieronymus Praetorius, Johann Hermann Schein und Heinrich Schütz) und „Deutsche Chorkunst um 1600". In einer „Heinrich-Schütz-Feier" in der Thomaskirche zum Gedenken an dessen 260. Todestag erklingen seine „Musikalischen Exequien". Friedrich Rabenschlag schafft dem Chor – hauptsächlich zur Sicherung der finanziellen Lage – einen Freundeskreis. Für die Schirmherrschaft gewinnt er zwölf führende Persönlichkeiten der Stadt Leipzig, u.a. Oberbürgermeister Goerdeler, Thomaskantor Professsor Straube, Generalmusikdirektor Brecher, Geheimrat Dr. Hinrichsen, Verlagsbuchhändler Brockhaus, Professor Glauning (Universitätsbibliothek), Professor Kroyer (Musikwissenschaftliches Institut der Universität Leipzig) und den Germanisten Professor Dr. Litt.


1933

Friedrich Rabenschlag wird am 1. April von den Professoren Litt, Zenk und Müller zum Kantor an der Universitätskirche St. Pauli in der Nachfolge von Professor Lic. Theol. hc. Hans Hofmann ernannt und übernimmt den Universitätskirchenchor zu St. Pauli. Zu diesem Zeitpunkt bricht er die Arbeit an der Promotion ab. Im Juli kommt das „Hohelied Salomonis" von Leonhard Lechner zur Aufführung und im Herbst kommt es zu einem ersten gemeinsamen Musizieren von Universitäts-Kantorei und Madrigalkreis (Motettenkunst der Lutherzeit) am Bußtag in der Universitätskirche. In der Weihnachtszeit werden zusätzlich Heinrich Schütz’ „Historia von der Geburt Jesu Christi" und sein doppelchöriges „Magnificat" zur Aufführung gebracht.


1934

Im Februar erklingen durch den MLS die „Musikalischen Exequien" von Heinrich Schütz und zu Palmarum singen beide Chöre gemeinsam Leonhard Lechners „Johannes-Passion" (1594). Die von Anbeginn zur Chorarbeit gehörenden Arbeitswochen und Probenwochenenden finden auch in diesem Jahr wieder in Meuselbach (Thüringen) statt und werden erstmalig von beiden Chorvereinigungen gemeinsam genutzt. Das Repertoire erweitert sich um mehrchörige Psalmen mit Instrumenten und Ausschnitte aus den „Cantiones sacrae" von Heinrich Schütz, Choralkantaten von Dietrich Buxtehude und Johann Rosenmüller sowie um deutsche Chormusik der Gegenwart, Choralmotetten von Ernst Pepping und Hugo Distler. Das ist der Beginn einer verdienstvollen Pflege des Werkes von Ernst Pepping, der als Chormitglied an der zweiten Reise ins Baltikum teilnahm. Im August und September gastiert der Chor während einer Singreise erneut in Ostpreußen, im Baltikum und in Finnland.


1935

Einen ersten Höhepunkt erreicht die gemeinsame Arbeit der beiden Chöre im von Friedrich Rabenschlag veranstalteten „Leipziger Heinrich-Schütz-Jahr" mit sechs Konzerten und zwölf Rundfunksendungen in Verbindung mit der Neuen Schütz-Gesellschaft und unter Schirmherrschaft des Universitätsrektors Professor Krueger. Es werden sechs Abendmusiken veranstaltet:

  •     14.4. Passion nach dem Evangelisten Lukas
  •     28.4. Historia der Auferstehung Jesu Christi
  •     12.5. Mehrchörige Psalmen mit Instrumenten
  •     28.6. Weltliches Konzert mit deutschen und italienischen Madrigalen
  •     24.11. Musikalische Exequien von 1636
  •     8.12. Historia von der Geburt Jesu Christi

Umbenennung der Universitätskantorei in Heinrich-Schütz-Kantorei. Der MLS gestaltet erste Serenaden im Gohliser Schlößchen.


1936

Der Madrigalkreis Leipziger Studenten erhält eine einmalige Zuwendung der „Vereinigung von Förderern und Freunden der Universität Leipzig" in Höhe von 1000 Reichsmark. Der MLS verschreibt sich weiterhin der Pflege des Schützschen Werks, was auch an der Erstaufführung des „Vater unser" aus „Symphoniae Sacrae, Tertia Pars" im April in der Universitätskirche deutlich wird. Zum zehnjährigen Jubiläum am 29. Juni werden im festlichen Konzert nicht nur Madrigale des 16. und 17. Jahrhundert, sondern auch weltliche Werke (u.a. Hassler, Othmayr, Senfl) für Chor und Kammerorchester gegeben.


1937

Auch in diesem Jahr zeigt sich der MLS ganz den Werken von Schütz und Pepping verschrieben. Im Dezember wird ein Aufruf zum Beitritt in den Leipziger Universitätschor veröffentlicht, in dem nicht nur Studentinnen und Studenten, sondern auch Dozenten, Assistenten, Beamte, Angestellte und Angehörige zum Beitritt aufgefordert werden. Dies steht ganz im Gegensatz zur heutigen Chorsituation, wo es sich vorwiegend um studentische Chormitglieder handelt. Auch wird nochmals deutlich, welchem Repertoire sich der Chor verschrieben hat: „Deutsche Chormusik des 16. und 17. Jahrhunderts, zeitgenössische Volkslieder, Mannschaftslieder und Soldatenlieder". Ab 1937 finden in der Universitätskirche wöchentlich musikalische Vespern statt.


1938

Gründung des Leipziger Universitätschores (LUC) durch Zusammenlegung des Madrigalkreises Leipziger Studenten und der Heinrich-Schütz-Kantorei. Zur „Dietrich-Buxtehude-Feier" finden erneut eine Serenade im Gohliser Schlößchen und eine weitere Universitätsmusik mit a-cappella-Chören und Bachs Kantate „Streit zwischen Phöbus und Pan" in der Aula der Universität statt. In diesem Jahr gründet Rabenschlag ein universitäres Kammerorchester als Begleitinstrument für den Chor. In dieser Zeit führt Rabenschlag einen ständigen Kampf mit der Studentenführung, die zu verhindern sucht, dass Mitglieder ihres NSDStB im Leipziger Universitätschor mitsingen. Da die jungen Semester überwiegend im NSDStB organisiert sind, sind Männerstimmen fast nur noch aus den Reihen der Theologiestudenten zu bekommen und auch diese werden immer weniger. Im August finden Rundfunkaufnahmen mit alten deutschen Liedern statt und in diesem Jahr wird die Tradition eingeführt, an St. Martin im Rundfunk live ein „Gänseliedersingen" zu veranstalten und sich danach zu einem Gänseessen in Auerbachs Keller einzufinden. Im Dezember erklingt durch den Universitätschor in Leipzig wieder nach 204 Jahren, in Ergänzung zu der Aufführung des ersten Teils durch den Thomanerchor, der zweite Teil von Bachs „Weihnachtsoratorium" (Kantaten 4–6).


1939

Zu Beginn des Jahres führt der Universitätschor Händels „Acis und Galatea" mit sehr gutem Erfolg auf. Beim Konzert am 9. Juli tritt Friedrich Rabenschlag erstmals als neu ernannter Universitätsmusikdirektor auf. Wieder einmal steht zeitgenössische Musik auf dem Plan und auch zu diesem Konzert singt der Leipziger Universitätschor wieder Erstaufführungen, diesmal von Pepping – mit überragendem Erfolg, wie die Presse berichtet. Im November findet zum Martinstag erneut das Gänseliedersingen im Rundfunk statt, und auch dieses Jahr lässt sich der Chor den traditionellen Gänsebraten in Auerbachs Keller gut schmecken. Im Dezember führt der Chor die Kantaten 4–6 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" in der Universitätskirche auf.


1940

Der Universitätschor erweitert sein Repertoire in diesem Jahr um die Bachsche „Johannes-Passion" und so erklingt diese erstmals im März mit großem Erfolg in der Universitätskirche. Im Juli erklingt in der Leipziger Universitätskirche „Deutsche Motettenkunst" und im Dezember ein Weihnachtskonzert mit a-cappella-Werken von Schütz und Orgelkunst von Bach.


1941

Zu Beginn des Jahres singt der Universitätschor neue Chormusik (z.B. von Gerhard Schwarz, Hugo Distler und Christian Lahusen) im Reichssender Leipzig und, wie aus den Pressestimmen hervorgeht, in einer sehr überragenden und überzeugenden Darstellung. Friedrich Rabenschlag hält auch guten Kontakt zu nicht mehr aktiven Chormitgliedern und greift auch auf diese zurück. Insgesamt zeigt sich deutlich, dass Rabenschlag eine sehr persönliche und individuelle Beziehung zu seinen Chorsängern unterhält. Die Stimmung innerhalb des Chores ist eine äußerst positive. Und es geht über eine „normale" Chorgemeinschaft weit hinaus. Das ist einer der vielen Gründe für diese äußerst produktive und positive Zusammenarbeit zwischen Rabenschlag und den Chormitgliedern.

Bevor Rabenschlag im Juli zur deutschen Wehrmacht eingezogen wird und trotzdem die Probenarbeit ihren (fast) normalen Lauf weiter geht, findet eine „Festliche Chormusik" zum 15-jährigen Bestehen des Chores statt. Im Dezember wird erneut Bachs „Weihnachtsoratorium" Kantaten 4–6 aufgeführt und in der Presse wird deutlich, dass sich der Leipziger Universitätschor schon fest mit der regelmäßigen Aufführung des zweiten Teils des „Weihnachtsoratorium" im Leipziger Musikleben etabliert hat. Im Leipziger Universitätschor steht es auch nicht sehr gut um die Männerstimmen, durch die Kriegssituation ist es noch schlechter geworden.


1942

Trotz des Krieges geht der normale Chorbetrieb weiter und so gibt es im März eine Aufführung von Peppings Chorzyklus „Das Jahr" und im Mai[!] die „Johannes-Passion" von Bach. Leider gibt es keinerlei Hinweise, warum die Passion erst zu diesem späten Zeitpunkt aufgeführt worden ist. Im Juli gibt es eine erneute Aufführung von Händels „Acis und Galatea". Im Dezember führt der Universitätschor zum ersten Mal beide Teile des Bachschen „Weihnachtsoratorium" in der Universitätskirche auf.


1943

Im März findet eine Universitätsmusik in der Aula mit Werken von Bach, Schütz und der Erstaufführung „Der Wagen" von Pepping statt. Im Juni wird die Bachsche „Johannes-Passion" in der Universitätskirche aufgeführt und im November veranstaltet der Universitätschor einen „Heinrich-Schütz-Abend". Im Dezember dieses Jahres trifft ein schwerer Luftangriff Leipzig. Dabei wird die Geschäftsstelle zerstört und das Noten- und Kritikenarchiv des Chores verbrennen. Wie durch eine Eingebung hat Rabenschlag in den Tagen vor dem Luftangriff 95 Prozent der Noten in die Keller der Universität umgelagert.

Die Universitätskirche nimmt nur leichten Schaden: Es sind nur ein paar Fenster gesprungen und es hat nichts gebrannt. Rabenschlag lässt sich aber durch diese Umstände nicht vom Arbeiten mit dem Chor abhalten und Ende Dezember ist eine Aufführung des zweiten Teils des Bachschen „Weihnachtsoratorium" geplant. Dieses muss aber insgesamt zwei mal verschoben werden, sodass es endgültig erst im März des nächsten Jahres in der Thomaskirche stattfindet.


1944

Am 20. März findet nun die zweimal verschobene Aufführung des Bachschen „Weihnachtsoratorium" statt. Man sieht sehr deutlich das Engagement, mit dem sich Rabenschlag für den Chor einsetzt und sogar seinen privaten Wohnraum für Proben zur Verfügung stellt. Trotz seines Militärdienstes setzt Rabenschlag alles daran, weiter mit dem Chor zu arbeiten.


1945

Im Juni stellt Rabenschlag einen Antrag auf einen Passierschein, um in seiner dienstfreien Zeit sein Amt als Kantor und Musikdirektor weiterführen zu können und um diese dringenden Aufgaben zur Weiterführung der kirchenmusikalischen Arbeit an der Universität zu erledigen. Nach der Bewilligung des Antrags finden die ersten Proben am 10. Juli und das erste Konzert bereits Ende August statt: ein Bach-Kantaten-Abend.

Im November findet ein Motetten-Abend (de Prés, Schein und Schütz) statt und im Dezember zum ersten Mal nur der erste Teil des Bachschen „Weihnachtsoratorium". Zudem fragt der Reichssender Leipzig an, ob der Chor an einer Zusammenarbeit interessiert sei. Am 15. November wird Friedrich Rabenschlag aus seinen Ämtern wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft entlassen und der Chor mit einem Aufführungsverbot belegt. Dennoch führt Rabenschlag die gesamte Arbeit auf eigene Initiative und auf eigenes Risiko in bewundernswerter Weise mit den üblichen weihnachtlichen Konzerten fort. Die Existenz des Chores steht hier auf dem Spiel und im März des nächsten Jahres findet eine Krisensitzung des Chores statt.


1946

Krisenbesprechung des Chores: Nach den Ereignissen zum Jahresende hin beruft Rabenschlag eine „Besprechung im engeren Kreis" zur Weiterführung des Chores ein. Diskutiert wird z.B., wie durch eine Umstellung des Arbeitsplanes einem erneuten Aufführungsverbot entgangen werden kann. Rabenschlag macht deutlich, wie sehr ihm eine unbedingte Einheit zwischen Chor und Leiter am Herzen liegt, denn nur so ist ein Arbeiten in guter Stimmung möglich. Weiterhin werden Überlegungen angestellt, daß der Leipziger Universitätschor (der eine Fortführung des MLS ist) als eine freie Vereinigung und nicht als Einrichtung der Universität besteht. Rabenschlag ist die Arbeit mit seinem Chor sehr wichtig und somit gibt es für ihn nur drei Existenzmöglichkeiten für den Chor:

  •     eine ganz normale Weiterarbeit bei seiner Wiedereinstellung
  •     eine Loslösung von der Universität und Weiterarbeit, z.B. als MLS
  •     die Übergabe des Chores an einen von Rabenschlag selbst bestimmten Nachfolger

Am 4. Juni wird Friedrich Rabenschlag rehabilitiert. Im Juli findet ein festliches Konzert zum 20-jährigen Bestehen des Chores unter der Leitung von Rabenschlag im Schauspielhaus zu Leipzig statt. Auf dem Programm stehen „Madrigalkunst des 16. und 17. Jahrhunderts" und Werke von Pepping wie auch das Bachsche „Brandenburgische Konzert Nr. 1". Im Dezember folgen der erste Teil des Bachschen „Weihnachtsoratorium" (Kantaten 1–3) und die alljährliche Weihnachtsmusik.


1947

Im März gestaltet der Chor einen „Ernst-Pepping-Abend" und führt seine Passionstradition mit der „Johannes-Passion" von Bach fort. Am 23. September singt der Leipziger Universitätschor ein Abschiedskonzert für Professor Litt und Professor Gadamer. Die im Dezember aufgeführten Kantaten 1–3 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" werden von der Presse direkt mit der Aufführung der Thomaner verglichen.


1948

Im Rahmen der Bachtage führt der Chor im März die Bachsche „Johannes-Passion" auf. Zum 300. Geburtstag von Heinrich Schütz gestaltet der Universitätschor die „Historia von der Geburt Jesu Christi" und das „Magnificat". Im Dezember gestalten die Thomaner und der Leipziger Universitätschor die ersten drei Kantaten des Bachschen „Weihnachtsoratorium" mit der gleichen solistischen und instrumentalen Besetzung.


1949

Offizielle Wiedereinsetzung Friedrich Rabenschlags am 1. Juli in seine Ämter als Universitätsmusikdirektor und Universitätskantor durch die Universität. Zum ersten Mal führt der Universitätschor Mozarts „Große Messe in c-Moll" in der Thomaskirche auf. Weiterhin gestaltet werden in der Passionszeit die Bachsche „Johannes-Passion" und zum Ende des Jahres die Kantaten 4–6 seines „Weihnachtsoratorium".


1950

Im Februar führt der Universitätschor im Plenarsaal des Rathauses den Chorzyklus „Das Jahr" von Pepping auf. Zur Bachfeier anläßlich des 200. Todestages von Johann Sebastian Bach gestaltet der Chor die „Johannes-Passion" und zu Weihnachten die ersten drei Kantaten des Bachschen „Weihnachtsoratorium".


1951

Im Februar führt der Chor zum wiederholten Male „Acis und Galatea" und im März die Bachsche „Johannes-Passion"« auf. Zum 25-jährigen Jubiläum des Chores gestaltet der Chor in zwei Tagen drei Festkonzerte. Auf dem Programm stehen „Motetten und Concerte" von de Prés, Schütz und Schein sowie „Volkslieder und Madrigale" und ein Abend mit Bach-Chorälen. Professor Pepping steuert zum Chorjubiläum einen Gratulationsgesang bei. Im Dezember finden die alljährliche Aufführung des Bachschen „Weihnachtsoratorium" und das traditionelle Weihnachtskonzert statt.


1952

Im April führt der Universitätschor nach einer längeren Pause die „Matthäus-Passion" von J.S. Bach in der Universitätskirche auf. Zu den Kirchenmusiktagen im Juni gestaltet der Chor die Uraufführung von Peppings „Liedmotetten nach Weisen böhmischer Brüder". Im Dezember findet eine komplette Aufführung der beiden Teile (Kantaten 1–6) des Bachschen „Weihnachtsoratorium" statt.


1953

In der Passionszeit findet erneut eine Aufführung der „Matthäus-Passion" von Bach statt. Im November gestaltet der Universitätschor „Frühbarocke Chorkunst" im Rahmen eines Konzertes des Musikwissenschaftlichen Institutes. Im Dezember finden wie in jedem Jahr die weihnachtlichen Konzerte mit dem Bachschen „Weihnachtsoratorium" und Weihnachtsmusik statt.


1954

Zum ersten Mal wird der Name „Karl-Marx-Universität" genannt. Zu Beginn des Jahres gestaltet der Chor ein Konzert „Mittelalterliche Musik" und zur Passionszeit die Bachsche „Matthäus-Passion". Am 5. Mai wird Rabenschlag zum Professor ernannt. In diesem Jahr beginnt eine verstärkte Gastspieltätigkeit in Ost- und Westdeutschland. Im August gibt der Chor ein Gastspiel anläßlich der „Festlichen Tage – Junge Musik" in Passau mit Werken von Schütz, Schein und Pepping. Anfang Dezember findet eine Chorreise mit „Weihnachtsliedern und Motetten" nach Berlin und Westfalen statt. Mitte Dezember: Aufführung des Bachschen „Weihnachtsoratorium", in dem der zukünftige Chorleiter des Leipziger Universitätschores Hans-Joachim Rotzsch die Tenor-Partie übernimmt.


1955

Im März gestaltet der Chor die Aufführung der Bachschen „Johannes-Passion" und im Juni eine „Geistliche Abendmusik" im Dom zu Meißen. Es finden drei Konzertreisen mit Rundfunkaufnahmen geistlicher und weltlicher Chormusik a cappella in Hamburg, Niedersachsen und Hessen statt. Zu den „Kasseler Musiktagen" gestaltet der Chor Konzerte, und zum Jahrestag der Gesellschaft für Musikforschung im Oktober singt der Chor Werke von de Prés, Senfl u.a. Die diesjährige Bilanz liegt bei 33 Konzerten und fünf Rundfunkaufnahmen.


1956

Nach der Bachschen „Johannes-Passion" im März gibt der Universitätschor ein Gastspiel in Jena mit „Meisterwerken alter und neuer Chormusik". Außerdem gastiert der Chor beim „Internationalen Heinrich-Schütz-Fest" in der Kreuzkirche in Dresden und bei der „5. Europäischen Woche" in Passau. Zur 30-Jahrfeier des Chores im Juni werden eine „Serenade im Park" und ein Konzert mit „Motettenkunst des Barock" gestaltet. Im Dezember findet eine Chorreise ins Saarland/Rheinland statt, bei der „Weltliche Chorkunst der Renaissance und des Frühbarock" gegeben wird. Am 9. Dezember singt der Chor zur Wiedereinweihung der Basilika in Trier, Festredner ist Theodor Heuss. Im Dezember erklingen der erste Teil des Bachschen „Weihnachtsoratorium" und Weihnachtsmusik.


1957

In der Passionszeit steht nach einem Konzert mit „Motettenkunst" die „Johannes-Passion" von J. S. Bach auf dem Programm. In diesem Jahr nimmt der Chor erstmals Bachs „Messe in h-Moll" nach der Neuen Bachausgabe mit sehr großem Erfolg ins Repertoire. Die diesjährige Chorreise führt den Chor im August nach Nordwestdeutschland (Stendal/Lübeck/Schleswig). Auf dem Programm steht „Motettenkunst der Spätrenaissance und des Frühbarock". Im November erklingen ein Kammerkonzert im Weißen Saal des Zoo und zu Weihnachten eine gesamte Aufführung des Bachschen „Weihnachtsoratorium".


1958

Die Bachsche „Johannes-Passion" dieses Jahres hinterlässt bei den Zuhörern einen ganz besonderen Eindruck. Konzertreisen nach Westdeutschland werden für den Chor immer schwieriger, da die Programme nicht der „Kulturpolitik" des kommunistischen Staates entsprechen. Der Chor singt aber weiterhin geistliche Musik und versucht, einen Weg zu finden, sein Repertoire auch weiterhin aufrecht zu erhalten. In diesem Jahr werden Rundfunkaufnahmen „Werke Leipziger Thomaskantoren" eingespielt, bei denen auch der Leipziger Universitätschor teilnimmt. Im Dezember findet die Aufführung der Kantaten 1–3 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" statt.


1959

Im März reist der Leipziger Universitätschor ins Saarland und präsentiert dort „Meisterwerke der Motettenkunst". Die diesjährige Interpretation der Bachschen „Matthäus-Passion" wird mit den Worten „Werktreue und Ausdruckskraft" betitelt und zeigt erneut den hohen künstlerischen Wert der Arbeit Rabenschlags mit seinem Chor. Bei einem Gastspiel in Osnabrück und Umgebung stehen Distlers „Mörike-Liederbuch" und Weismanns „Die Jahreszeiten" auf dem Programm. In diesem Jahr findet eine erneute Aufführung von „Acis und Galatea" im Gohliser Schlößchen statt. Im Sommer gastiert der Chor mit dem gleichen Programm wie im März in Norddeutschland und bereitet sich auf die 550-Jahrfeier der Universität Leipzig (Karl-Marx-Universität) vor. Anlässlich des Festprogramms präsentiert der Chor gemeinsam mit anderen Chören der Universität die Uraufführung von Fritz Geißlers „Von der Erkennbarkeit der Welt". Eine Schallplattenproduktion mit Werken von Johannes Brahms wird in diesem Jahr noch vor der alljährlichen Weihnachtsmusik und den Kantaten 4–6 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" realisiert.


1960

Nach einer Aufführung der Bachschen „Johannes-Passion" erleidet Friedrich Rabenschlag einen Herzinfarkt und wird ins Klinikum eingeliefert. Bis zu seiner Genesung sorgt Chormitglied Christoph Schneider für die gewissenhafte Weiterführung der Probenarbeit. Die Kantaten 1–3 in der diesjährigen Aufführung des Bachschen „Weihnachtsoratorium" finden unter der Leitung des KMD Uwe Röhl (Schleswig) statt und die traditionelle „Weihnachtsmusik im Kerzenschein" unter Hans-Joachim Rotzsch, dem zukünftigen Chorleiter.


1961

Zur Passionszeit hat sich Friedrich Rabenschlag noch nicht von seiner schweren Erkrankung erholt und so findet die Aufführung der Bachschen „Johannes-Passion" unter der Leitung von KMD Eberhard Wenzel aus Halle statt. Bei der Teilnahme am Internationalen Chorfestival „Europa cantat" in Passau steht wieder Friedrich Rabenschlag am Pult und führt seinen Chor durch das Programm (Mozart, Brahms, di Lasso und Distler). Dies ist für ca. 30 Jahre die letzte Konzertreise in den Westteil Deutschlands. Der Chor wurde zur Strafe zum Ernteeinsatz geschickt, weil er nicht gegen das Fehlen des DDR-Emblems in der schwarz-rot-goldenen Flagge beim Festival protestiert und mit Abreise gedroht hatte. Beim festlichen Konzert zum 35-jährigen Bestehen präsentiert der Chor Werke von Schütz, Distler, Pepping und Krause-Graumnitz.


1962

Im Januar gestaltet der Chor einen „Ernst-Pepping-Abend" zum 60. Geburtstag des Komponisten. Zur Passionszeit wird die Bachsche „Matthäus-Passion" in der Universitätskirche aufgeführt, mit Hans-Joachim Rotzsch als Evangelist. Zum 38. Deutschen Bachfest präsentiert der Chor „Meisterwerke der Motettenkunst". Im Juni führt der Universitätschor mit großem Erfolg die Bachkantaten „Der zufriedengestellte Äolus" und „Der Streit zwischen Phöbus und Pan" in der Kongresshalle des Zoo auf. Im November dirigiert Friedrich Rabenschlag sein letztes Konzert mit dem Leipziger Universitätschor: „a-cappella-Gesänge" von Monteverdi, Gastoldi, Eisler, Distler und anderen. Bereits die Weihnachtsmusik findet unter der Leitung von Hans-Joachim Rotzsch statt.


1963

Die diesjährige Bachsche „Johannes-Passion" leitet wiederum KMD Eberhard Wenzel. Zwei a-cappella-Konzerte unter Christoph Schneider leiten den Übergang der Chorleitung von Rabenschlag zu Rotzsch ein. Am 5. Mai verleiht die Theologische Fakultät Rabenschlag die Ehrendoktorwürde. Am Ende des Jahres erhält der LUC den Kunstpreis der Universität. Die Gestaltung des ersten Universitätskonzertes des Semesters und der letzten Kantaten (4–6) aus dem Bachschen „Weihnachtsoratorium" übernimmt Hans-Joachim Rotzsch in Vertretung.

 

Hans-Joachim Rotzsch

1963

Rotzsch übernimmt auf Bitten Rabenschlags und des Chores die Vertretung und schließlich dessen Nachfolge. Die zweiten Universitätsfestspiele, in deren Zusammenhang der Chor den Kunstpreis der Karl-Marx-Universität erhält, sind die erste große Aufgabe für den neuen Leiter. Rabenschlag wird durch eine Ehrenpromotion der Theologischen Fakultät der Universität für seine musikwissenschaftliche, chorerzieherische und theologisch vermittelnde Arbeit geehrt. Im Dezember führt der Chor die Kantaten 4–6 des „Weihnachtsoratorium" u.a. mit Peter Schreier auf.


1964

Im Januar gestaltet der Universitätschor im „Theater der Werktätigen" in Wolfen ein Konzert mit Werken von de Wert, Monteverdi, di Lasso, Pepping, Brahms und anderen unter der vertretenden Leitung von Christoph Schneider. Im März leitet Rotzsch eine Aufführung der „Matthäus-Passion" von J. S. Bach in der Universitätskirche. Im Mai (2.–10.5.) gastiert der Chor in der UdSSR mit Werken von Bach, Distler, Eisler, Brahms und Krause-Graumnitz. Neben Konzerten finden auch Rundfunkaufnahmen statt. Im Rahmen des 39. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs Ende Mai führt der Chor „Meisterwerke der Chorkunst" mit Kompositionen von Schütz, Bach, Monteverdi, Gabrieli und Senfl unter der Leitung von Rotzsch auf. Im Dezember wird das Bachsche „Weihnachtsoratorium" (Kantaten 1–3) in der Universitätskirche aufgeführt.


1965

Im Januar finden erneut Funkaufnahmen statt. In der Passionszeit wird in diesem Jahr wieder die Bachsche „Matthäus-Passion" aufgeführt. Im Mai gestaltet der Chor zum ersten Mal ein Konzert für Veteranen. Im September gibt es ein Probenlager zur Erarbeitung der Uraufführung des Auftragswerkes „Das Unsere" von Georg Maurer und Krause-Graumnitz. Ende September wird das Werk im Rahmen der Festveranstaltung „10 Jahre Institut Johannes R. Becher" zur Uraufführung gebracht. Der Chor wirkt bei vielen offiziellen Anlässen der Stadt oder des Landes mit, so z.B. bei der 800-Jahrfeier der Stadt Leipzig, zum Tag der Republik, beim Kosmonauten-Empfang und zur „Volkswahl". Im Dezember kommt es nicht nur zu einer Aufführung des Bachschen „Weihnachtsoratorium" (Kantaten 4–6), sondern auch zu einem Weihnachtskonzert in Dresden mit Werken von Brahms, Telemann, Monteverdi, Schütz und Cornelius.


1966

Im März führt Rotzsch mit dem Universitätschor die Urfassung von 1723 der Bachschen „Johannes-Passion" in der Universitätskirche auf. Anfang April folgt eine Aufführung der Bachschen „Matthäus-Passion" in der Universitätskirche. Der Chor wirkt bei den Festveranstaltungen zum 20. Jahrestag der SED und der Deutschen Akademie der Wissenschaften mit. Zum 41. Deutschen Bachfest gestaltet der Chor Motetten von Schütz und Bach sowie die öffentliche Erstaufführung „Und das ist das Unsere" von Heinz Krause-Graumnitz. Beim „Festlichen Konzert" zum 40-jährigen Bestehen des Leipziger Universitätschores am 2. Juni im Festsaal des Alten Rathauses legt Rabenschlag offiziell das Amt als Leiter des Chores nieder und Rotzsch übernimmt dieses. Im August findet eine Konzertreise durch Ungarn (Györ, Sopron, Budapest) statt, wobei auch der Plattensee besucht wird. Bei den Chorarbeitstagen Ende September stehen nicht nur Proben, sondern auch Funkaufnahmen („Und das ist das Unsere"), Konzerte und die musikalische Ausrichtung der Immatrikulationsfeier des Physiologischen Institutes auf dem Programm. Nach verschiedenen „offiziellen" Auftritten (Konzert zum „Tag der Republik", Solidaritätskonzert u.a.) findet im Dezember eine Aufführung der Kantaten 1–3 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" und der Kantate BWV 191 „Gloria in excelsis Deo" statt.


1967

Im Januar nimmt der Universitätschor am „Bezirksleistungsvergleich der Chöre" in Wurzen und am „Konzert zur kulturellen Leistungsschau" teil. Im März findet wieder eine Aufführung der „Johannes-Passion" von J. S. Bach unter Hans-Joachim Rotzsch statt. Im Mai gastiert der Chor bei der Festveranstaltung „100 Jahre: Das Kapital", beim Sängertreffen in Eisenach und bei einer Wahlkundgebung. Im Juli gestaltet der Universitätschor einen „Monteverdi-Abend" zum 400. Geburtstag des Komponisten. Ende Juni wird Hans-Joachim Rotzsch der Kunstpreis der DDR für die Leitung des Leipziger Universitätschores verliehen. Nach dem Probenlager richtet der Universitätschor die Immatrikulationsfeier, einen Motetten-Abend im Dom zu Magdeburg und in Wittenberg (450 Jahre Reformation) aus. Der Chor präsentiert die Uraufführung des Auftragswerkes „Die Wolken" von Deicke und Köbler. Neben den „Liedern zum Roten Oktober" steht dieser Monat ganz im Zeichen der Reformation. Auf dem Programm stehen jeweils Werke von Bach, Schütz, Distler, Kodály, Hessenberg, Scheidt, Schein und Resinarius. Nach Konzerten zum „Tag der Republik" findet im Dezember eine Aufführung der Kantaten 4–6 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" in der Universitätskirche statt.


1968

Nach einem Programm „Zeitgenössische Vokalmusik" mit Werken von Golle, Burghardt, Köbler, Pepping und Distler finden erneute Aufnahmen für den Rundfunk statt. Am 4. April findet das letzte große Konzert in der Universitätskirche statt. Rotzsch führt die „Matthäus-Passion" von J. S. Bach in der traditionellen Wirkungsstätte des Leipziger Universitätschores auf. Am 30. Mai wird die Universitätskirche St. Pauli zugunsten der Gestaltung des neuen „sozialistischen Stadtzentrums" gesprengt. Mit der Zerstörung von St. Pauli verlieren der Chor seine Wirkungsstätte und die Universität ihre Predigtkirche. Dem Chor werden die Funkaufnahmen für die evangelischen Morgenfeiern aus parteipolitischen Gründen verboten. Im Juni gastiert der Chor in Polen und gibt dort einige Konzerte, so z.B. beim „Internationalen Chorfestival", beim „Festival der Orgel- und Kammermusik" und zu einer Immatrikulationsfeier in Stettin. Im November gestaltet der Universitätschor mit Unterstützung des Chores des Musikwissenschaftlichen Institutes und des „Poetischen Theaters" in der Leipziger Kongresshalle Haydns „Die Jahreszeiten". Im Dezember findet eine Aufführung der Kantaten 1–3 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" statt.


1969

Nach vielen „offiziellen" parteipolitisch orientierten Konzerten (zum Frauentag, FDJ etc.) widmet sich der Chor einer Aufführung der Bachschen „Johannes-Passion", nun in der Nikolaikirche. Im Juni singt der Universitätschor die Uraufführung „Das Jahr 2000 naht" von Wiens und Matthus bei den Arbeiterfestspielen in Mittweida. Im Juli nimmt der Chor die „Sportfestkantate" für den Rundfunk auf. Mitte September gastiert der Chor in Moskau und Leningrad anlässlich der „Tage der Kultur der DDR" und gestaltet dort eine Reihe von Konzerten. Im November erklingt Mozarts „Requiem" in Halle und im Dezember die Kantaten 4–6 des Bachschen „Weihnachtsoratorium".


1970

Im Januar findet das erste Konzert „Chorische Darstellungsformen" aus der Konzertreihe „Das Chorwerk" statt. Geplant sind insgesamt sechs Konzerte in den Jahren 1970 bis 1973 mit Chormusik aus sieben Jahrhunderten. Im März führt Rotzsch erneut die „Johannes-Passion" von J. S. Bach in der Nikolaikirche auf. Zum 25. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus gestaltet der Universitätschor am 5. Mai mit einem Chor aus Leningrad ein Gemeinschaftskonzert für den Festakt. Im Juni führt der Universitätschor das zweite Konzert aus der Reihe „Das Chorwerk" unter dem Motto „Die Entwicklung des musikalischen Themas" im Festsaal des Alten Rathauses zu Leipzig auf. Beim zweiten Internationalen Bachfest wirkt der Chor zum Thema „Weltliche Quellen des Weihnachtsoratorium" mit. Im Oktober singt der Chor zur Einweihung der Autobahn Leipzig-Grimma und gestaltet das Festprogramm zur Feier der Oktoberrevolution. Zu Weihnachten erklingen die Kantaten 1–3 des Bachschen „Weihnachtsoratorium".


1971

Im Januar gestaltet der Universitätschor das dritte Konzert aus der Reihe „Das Chorwerk" unter dem Thema „Das Wort-Ton-Verhältnis in der Vokalmusik" im Festsaal des Alten Rathauses. In Gedenken an den Universitätsorganisten Robert Köbler, der unerwartet im September des Jahres 1970 verstorben ist, singt der Universitätschor in der Thomaskirche das Gedächtniskonzert mit Werken von Bach und Reger. Im April führt der Chor die „Matthäus-Passion" von J. S. Bach in der Thomaskirche auf und gestaltet die Uraufführung von Krause-Graumnitz „Ein Mensch wächst auf". Im Juni folgen erneut einige „offizielle" parteipolitische Auftritte, so z.B. die Gestaltung von Konzerten zu den Arbeiterfestspielen. Nach der Ausrichtung der Feier zur Oktoberrevolution Anfang November findet der vierte Abend aus der Reihe „Das Chorwerk" statt. Hier widmet sich der Chor einen Abend ganz dem „Madrigal". Wie so oft singt der Chor auch in diesem Konzert eine Uraufführung: „Herbstgefühl" von Wilhelm Weismann. Das kleine Vokalensemble „Camerata vocale", bestehend aus einer Gruppe von 18 Chormitgliedern unter Detlef Schneider, entsteht zur Zeit des Projekts „Das Chorwerk«" Ursprünglich gedacht als Abwechslung in den Programmen und in der Klangfarbe, stellt sich schon früh heraus, dass auch ganze Konzerte mit diesem Ensemble möglich sind. Ein Höhepunkt aus dieser Arbeit ist eine Konzertreise nach Kiew. Auf dem Programm stehen Bachs „Lobet den Herrn alle Heiden" und Volkslieder. Im Dezember erklingen zwei Aufführungen der letzten drei Kantaten des »Weihnachtsoratorium« von J. S. Bach in der Thomaskirche.


1972

Anfang Februar gestaltet der Chor ein Konzert aus der Reihe „Das Chorwerk". Im März erklingt die „Johannes-Passion" von J. S. Bach in der Thomaskirche. Im Juni finden Fernsehaufnahmen über den Leipziger Universitätschor statt, bei denen er sich mit Interpretationen von Bachschen Werken vorstellt. „Die Geschichte der Motette", der fünfte Abend in der Reihe „Das Chorwerk", erklingt im Juli im Weißen Saal des Zoo. Anlässlich des 10. Todestages von Hanns Eisler am 6. September gestaltet der Universitätschor im November einen Abend zur Ehrung des Komponisten. Hans-Joachim Rotzsch wird zum Thomaskantor berufen und stellvertretend übernimmt Detlef Schneider die Leitung des Leipziger Universitätschores. Am Ende des Jahres erlebt das Leipziger Publikum zweimal die Kantaten 1–3 aus dem „Weihnachtsoratorium" von Bach in der Thomaskirche unter der Leitung von Rotzsch. Er dirigiert nicht nur die Aufführung mit dem Thomanerchor, sondern auch die des Leipziger Universitätschores in der Thomaskirche.


1973

Anfang des Jahres erhält der Leipziger Universitätschor kurzfristig eine Einladung zu einem Chorwettbewerb in Pardubice in der Tschechoslowakei. Da Rotzsch zu diesem Zeitpunkt schon ganz die Leitung des Thomanerchores übernommen hat, steht für die Erarbeitung eines Konzertprogrammes nicht viel Zeit zur Verfügung. Nach einem Protest aller teilnehmenden Chöre gegen die unangemessene Entscheidung der Jury, die künstlerische Leistung des Universitätschores betreffend, verzichtet der Universitätschor auf die Teilnahme an der Abschlussfeier. Im April erklingt die Bachsche „Matthäus-Passion" mit dem Leipziger Universitätschor unter der Leitung von Rotzsch in der Thomaskirche. Am 21. Juni findet der letzte Abend der Reihe „Das Chorwerk" unter dem Thema „Volkslieder in alten und neuen Sätzen" im Park des Gohliser Schlößchens unter der Leitung von Detlef Schneider statt. Im Juli gestaltet der Chor mehrere Auftritte während einer Konzertreise in Polen. In der Vakanzzeit leitete auch ca. ¼ Jahr der Organist und Chorleiter Hans Otto vorübergehend die Geschicke des Chores. Im Dezember erklingt in der Thomaskirche das letzte Konzert unter der Leitung von Hans-Joachim Rotzsch in seinem Amt als Leiter des Leipziger Universitätschores. Es sind die Kantaten 4–6 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" als Ergänzung zu dem vorangegangen Konzert der Thomaner mit den Kantaten 1–3. Ende Dezember wird Dr. Max Pommer durch den Rektor der Universität zum neuen Leiter des Leipziger Universitätschores berufen.

Max Pommer

1973

Am 19. Dezember 1973 wird Max Pommer (studierter Kapellmeister und Musikwissenschaftler) durch die Karl-Marx-Universität zum Dirigenten des Leipziger Universitätschores berufen.


1974

In Andenken an den Gründer und langjährigen Leiter des Universitätschores Friedrich Rabenschlag findet im April die Aufführung der Bachschen „Johannes-Passion" erstmals unter der Leitung von Max Pommer in der Thomaskirche statt.


1975

Zu Beginn des Jahres wirkt der Chor bei einem Film des DDR-Fernsehens über Johann Sebastian Bach mit. Im April erklingt die „Matthäus-Passion" nach der Neuen Bachausgabe in der Thomaskirche. Das Besondere an dieser Aufführung ist die konsequente räumliche Trennung der Chöre und des „Cantus firmus" nach dem historischen Vorbild. Im April gastiert der Chor für sechs Tage in Leningrad zu mehreren Konzerten.


1976

Zum 50-jährigen Bestehen des Chores findet am 17. Juni das Jubiläumskonzert im Festsaal des Alten Rathauses statt. Zu hören sind Werke von Claudio Monteverdi, J. S. Bach „Singet dem Herrn", Gesualdo di Venosa, Heinrich Schütz, Max Reger, André Asriel sowie internationale Volkslieder. Am 3. Juli wird das Wartburgkonzert live aus dem Festsaal des Palais über „Stimme der DDR" im Radio übertragen.


1977

Im September beteiligt sich der Chor erneut an der „Leipziger Stadtmusik" mit der Bachkantate „Lasst uns sorgen, lasst uns wachen" BWV 213 und gestaltet einen Kantaten-Abend mit dem „Actus tragicus" BWV 106, der „Trauerode" BWV 198 und singt nochmals Schönbergs „Friede auf Erden" op. 13. Ende Oktober finden Aufnahmen für eine Rundfunkproduktion mit Liedern von Vitali Gewicksmann in der Moritzbastei statt. Im Dezember präsentiert der Chor zwei Aufführungen des zweiten Teils des Bachschen „Weihnachtsoratorium" unter der Leitung des französischen Gastdirigenten Jacques Grimbert (UMD der Universität Paris, Sorbonne) in der Nikolaikirche.


1978

Anlässlich der Dresdner Musikfestspiele gestaltet der Kammerchor des Universitätschores am 20. Mai mit Händels „Acis und Galatea" ein Galeriekonzert mit Originalübertragung im Rundfunk. Mitte Juni reist der Chor nach Brünn. Auf dem Programm stehen a-cappella-Werke u.a. von Claude Debussy, Hanns Eisler, Heinrich Schütz, J.S. Bach, Antonín Dvorák und Johannes Brahms. Zum Festakt der SED-Bezirksleitung zum Jahrestag der Oktoberrevolution singt der Universitätschor drei Poeme von Gewicksmann im Leipziger Opernhaus. Am 23. November präsentiert der Chor die DDR-Erstaufführung des „Requiem" von Alfred Schnittke in der Thomaskirche. Von dieser Aufführung werden ein Rundfunkmitschnitt und ein Radio-Musikklub mit dem Komponisten produziert. Im Dezember erklingen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen beide Teile des Bachschen „Weihnachtsoratorium".


1979

Ende März findet eine Chorreise nach Budapest mit einer Aufführung der Bachschen „Matthäus-Passion" statt. Am 10. April singt der Leipziger Universitätschor mit dem Budapester Universitätschor die Bachsche „Matthäus-Passion" in der Thomaskirche.


1980

Im Rahmen einer Chorreise nach Lublin vom 28. Januar bis 5. Februar finden eine Aufführung von Bachs „Johannes-Passion" in der Kathedrale von Lublin und ein a-cappella-Konzert (Bach, Reger, Kodály, Mauersberger) in der dortigen Universität statt. Am 8. April weicht der Universitätschor von der Tradition (Wechsel zwischen der Bachschen „Johannes- und Matthäus-Passion") ab und führt in der Nikolaikirche die „Marcus-Passion" von Reinhard Keiser und Georg Friedrich Händel auf, kombiniert mit J. S. Bachs Kantate „Christ lag in Todesbanden" BWV 4. Am 24. und 27. Oktober singt der Universitätschor J. S. Bachs „h-Moll-Messe" in der Nikolaikirche.


1981

Gemeinsam mit dem Budapester „Béla-Bartók-Chor" gestaltet der Leipziger Universitätschor J. S. Bachs „Matthäus-Passion" zunächst am 31. März im Kuppelsaal der Nationalgalerie in der Budaer Burg und am 2. April in der Thomaskirche. Zum Eröffnungskonzert des Neuen Gewandhauses für die Universität konzertiert der Universitätschor gemeinsam mit dem Ensemble „Pawel Kortschagin" und dem Chor des Fachbereichs Musikwissenschaft mit Weills „Berliner Requiem" und Orffs „Carmina burana". Anfang November finden Fernsehaufnahmen mit Regers „Geistliche Gesänge" statt. Zum IV. Internationalen Bachfest singt der Universitätschor in der Nikolaikirche Bachs „Meine Seel erhebt den Herren" BWV 10 im Kontrast zu seiner „Magnificat"-Vertonung BWV 243a sowie a-cappella-Chorsätze von Max Reger.


1983

Anfang Februar präsentiert der Leipziger Universitätschor in einem Konzert des „Neuen Bachischen Collegium Musicum" Bachs Kantate „Der zufriedengestellte Äolus" BWV 205 im Großen Saal des Neuen Gewandhauses. Zur Passionszeit erklingt am 23. Februar in diesem Jahr Bachs „Johannes-Passion" ebenfalls im Großen Saal des Gewandhauses unter der Leitung des Gastdirigenten Helmut Rilling.


1984

Zur 575-Jahrfeier der Universität bringt der Universitätschor Karl Ottomar Treibmanns „Der Frieden" (nach Worten von Volker Braun) am 2. Dezember im Neuen Gewandhaus zur Uraufführung, bei der auch ein Live-Mitschnitt entsteht. Das Weihnachtskonzert erklingt am 6. Dezember in St. Nikolai. Zum 250. Jahrestag der Uraufführung von Bachs „Weihnachtsoratorium" singt der Leipziger Universitätschor das gesamte Werk.


1985

Am 20. Januar gastiert der Leipziger Universitätschor im großen Konzertsaal des Berliner Schauspielhauses und am 27. Februar in der Konzerthalle am Boulevard in Halle mit J. S. Bachs „Herakles auf dem Scheidewege" BWV 213 und Georg F. Händels „Die Wahl des Herakles". Diese Konzerte sind der Auftakt zur Bach-Händel-Schütz-Ehrung 1985. Am 19. April erreicht Max Pommer ein Brief des Staatlichen Komitees für Fernsehen beim Ministerrat der DDR, in dem die Fernsehaufzeichnung der „Johannes-Passion" als wertvoll befunden wird. Anlässlich des 300. Geburtstages von J. S. Bach erklingen die Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf" und „Drei geistliche Konzerte" aus „Symphoniae sacrae" von Heinrich Schütz im Gewandhaus. Zur Passionszeit singt der Leipziger Universitätschor Bachs „Johannes-Passion" in der Nikolaikirche und wiederholt sie zum Bachfest mit Peter Schreier als Evangelist.


1986

Zum 60-jährigen Jubiläum des Chores findet am 19. Juni ein großes Jubiläumskonzert im Großen Saal des Neuen Gewandhauses statt. Auf dem Programm stehen Werke von Hugo Wolf, Anton Bruckner und Max Reger sowie Orffs „Carmina burana". Das Bachsche „Weihnachtsoratorium" (Kantaten 1–6) wird unter der Leitung des US-amerikanischen Gastdirigenten Dr. John Eric Floreen in der Nikolaikirche aufgeführt.


1987

Händels „Caecilien-Ode" erklingt zu den „Festtagen der Chorsinfonik" am 5. Juli im Schauspielhaus Berlin. Dieses Konzert ist das letzte öffentlich geleitete Konzert von Max Pommer in seinem Amt als Universitätsmusikdirektor.

Wolfgang Unger

1987

Im Herbst übernimmt Wolfgang Unger die künstlerische Leitung des Leipziger Universitätschores. Carl Orffs „Carmina burana" und die Leipziger Erstaufführung des lyrischen Poems „Und es schlägt des Menschen Herz" (L. Fürnberg) von Carl-Heinz Dieckmann erklingen im Antrittskonzert im Neuen Gewandhaus. Chöre von Schütz, Bruckner, Kaminsky, die Bachmotette „Singet dem Herrn ein neues Lied" und Weihnachtslieder sowie alle Kantaten des Bachschen „Weihnachtsoratorium" (20./21.12.) erklingen in der Vorweihnachtszeit.


1988

Das Jahr beginnt mit einer Konzertreise nach Craiova (Rumänien). Der Chor führt am 25. Februar die „Johannes-Passion" von J. S. Bach auf und gestaltet am 2. Juni ein a-cappella-Konzert in St. Nikolai. Auf dem Programm stehen Schütz „Wie lieblich sind deine Wohnungen" (SWV 29) aus den „Psalmen Davids 1619" und Motetten aus der „Geistlichen Chormusik 1648" sowie Bach „Singet dem Herrn ein neues Lied" und Chöre von Bruckner, Britten und Poulenc. Am 3. Juni wird das Programm im Rahmen der 37. Händelfestspiele in Halle in der Konzerthalle wiederholt. Am 15. Oktober bestreitet der Universitätschor das Abschlusskonzert der Köstritzer Schütz-Tage ’88 und gestaltet am 10. November mit dem Béla-Bartók-Chor (Budapest) ein gemeinsames Konzert (Brahms „Liebeslieder-Walzer" op. 52, Kodály „Laudes organi"). Das Weihnachtskonzert am 6. Dezember bringt eine Wiederbegegnung nach Jahrzehnten mit Schützens „Historia der Geburt Jesu Christi" (SWV 435), eine Aufführung mit Instrumenten der Barockzeit. Am 19./20. Dezember werden die Kantaten 1–3 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" aufgeführt.


1989

Der LUC singt die „Matthäus-Passion" von J. S. Bach am 4. März. Ende Mai bringt der Chor Mendelssohn Bartholdys „Te Deum" und wiederum Kodálys „Laudes organi" im Gewandhaus zur Aufführung. Zum VI. Internationalen Bachfest am 17. September singt der Chor „Figuralmusik in der Leipziger Neukirche zur Amtszeit J. S. Bachs" (Fasch, Krebs, Kauffmann, Scheibe und Bach Kantate BWV 50). Im November finden mehrere Aufführungen von Brahms „Ein deutsches Requiem" statt. Ab dem Herbst singt der Chor wieder in den Akademischen Gottesdiensten in St. Nikolai. Zum Abschluss des Jahres werden alle Kantaten des Bachschen „Weihnachtsoratorium" (19. Dezember 1–3, 20. Dezember 4–6) aufgeführt.


1990

Der LUC führt eine Konzertreise zum „Budapester Frühling" (März) durch. Im April singt der Chor die Bachsche „Johannes-Passion" unter John Eric Floreen in der Leipziger Nikolaikirche. Am 14./15. Juni führt der Chor wiederum Orffs „Carmina burana" im Neuen Gewandhaus auf (Live-Produktion). Am 13. Juli gastiert das Ensemble im Kloster Speinshart (Bayern) mit einem a-cappella-Programm und reist nach Freiburg/Breisgau mit den „Carmina burana". Am 4. und 6. Dezember folgen a-cappella-Weihnachtskonzerte in der Thomas- und Nikolaikirche (Bach „Lobet den Herrn alle Heiden", Schütz „Deutsches Magnificat" SWV 494 u.a.) Aufführung aller Kantaten des „Weihnachtsoratorium" von Bach (12. Dezember 1–3, 13. Dezember 4–6).


1991

Der Förderkreis Leipziger Universitätschor e.V. unter dem Vorsitz von Frau Ingeborg Richter wird gegründet. Zur Feierlichen Rektoratsübergabe an Professor Dr. Cornelius Weiss singt der Chor am 11. März im Mendelssohn-Saal des Neuen Gewandhauses. Am 26. März folgt die Aufführung der „Matthäus-Passion" von Bach. Am 30. Mai musiziert der LUC a cappella im Gewandhaus mit der Bachmotette „Komm, Jesu, komm", Mauersbergers „Wie liegt die Stadt so wüst", Franz Herzogs Motette „Wir bauen an Dir mit zitternden Händen" (R.M. Rilke) u.a. Zum 65. Chorjubiläum und in memoriam Friedrich Rabenschlag wird das „Requiem d-Moll" (KV 626) von Mozart am 22. November aufgeführt. Es erfolgt die Berufung Wolfgang Ungers zum Universitätsmusikdirektor der Universität Leipzig. Das diesjährige Weihnachtskonzert mit Werken von Mendelssohn Bartholdy, Bruckner, Reger und Rheinberger findet am 10. Dezember statt. Die Aufführung des „Weihnachtsoratorium" von Bach folgt am 19. Dezember in der Nikolaikirche (Kantaten 4–6).


1992

Nach dem Urtext der Neuen Bachausgabe kommt am 14. April die Bachsche „Johannes-Passion" in der II. Fassung von 1725 zur Aufführung. Der Chor singt zur Immatrikulationsfeier die Bachkantate „Gelobet sei der Herr" (BWV 129) und ebenso am 13. Oktober anlässlich des Zusammenschlusses von Theologischer Fakultät und Kirchlicher Hochschule. Am 17. und 18. Oktober gastiert der Chor in Baden-Baden. Das Konzert zum Ewigkeitssonntag am 21. November bringt die Erstaufführung von Helmut Zapfs Psalm 84 „Wie lieblich sind deine Wohnungen" sowie die Bach-Kantaten BWV 82, 158 und 56 (erstmals spielt das Pauliner Kammerorchester). Es erklingen die ersten vier Kantaten des Bachschen „Weihnachtsoratorium" (8. Dezember). Aktive und auch ehemalige Chormitglieder wirken bei der „Christvesper der Universitätsgemeinde mit dem Leipziger Universitätschor" (konzipiert für Chor, Orgel und Bläser durch Wolfgang Unger) am 24. Dezember 14.30 Uhr in der Nikolaikirche mit.


1993

Es finden in der Peterskirche am Schletterplatz die ersten Konzerte des Chores statt. Aufgeführt wird J. S. Bachs „Matthäus-Passion" (7. April) mit wechselnden Positionen des Chores und Choraktionen dem Passionsgeschehen folgend in künstlerischer Zusammenarbeit mit Manfred Schnelle (Dresden). Bereits zwei Tage später am Karfreitag folgt „Stabat mater" von Dvorák (gemeinsame Aufführung mit dem Chor Akademicki, Olsztyn im Rahmen des Projektes Deutsch-Polnische Chorakademie „In terra pax", eine Initiative des Deutschen Jugendwerkes e.V.). Wenige Tage später reist der LUC zum Gegenbesuch nach Olsztyn (17. April Wiederholung: Dvorák mit dem dortigen Sinfonieorchester unter P. Borkowski). Aus Anlass des 25. Jahrestages der Sprengung von Universitätskirche und Augusteum wird ein Gedenk- und Benefizkonzert im Gewandhaus am 26. Mai mit Werken von Bach („Trauerode" BWV 198 und Kantate „Gelobet sei der Herr, mein Gott" BWV 129, Motette „Der Gerechte kömmt um" BWV deest), Melchior Hoffmann, R. Mauersberger und M. Reger (MDR-Mitschnitt) gegeben. Dies ist zugleich das letzte öffentliche Konzert von Professor Hannes Kästner vor seinem Tode im Juli. Am 16. Juni gestaltet der Chor des DAAD-Stipendiatentreffen im Gewandhaus mit aus. Am Bachdenkmal in der Thomaskirche gibt er am 5. Juli ein Konzert mit einem a-cappella-Programm (Schein, Bruckner, Britten, Rheinberger u.a.). Der Chor eröffnet am 1. Oktober die Köstritzer Schütz-Tage (1.–15. Oktober) mit einem a-cappella-Konzert in der Stadtkirche St. Michael, Zeitz. Es erklingen die Schützsche „Johannes-Passion", Mendelssohn Bartholdys Motette „Jesu, meine Zuversicht" u.a. Zur Feierlichen Immatrikulation am 20. Oktober im Gewandhaus musiziert der Chor das Konzert zum Mühlhäuser Fürstentag 1627 „Da pacem Domine" von Heinrich Schütz. Im November findet das Konzert zum Ewigkeitssonntag „Ach Herr, lehr uns bedenken..." (Distler, Schütz, Mendelssohn Bartholdy) in der Michaeliskirche Leipzig statt. Aus Anlass des 450-jährigen Bestehens der Evangelischen Theologischen Fakultät Leipzig wirkt der LUC am Gottesdienst nach der Ordnung der Herzog-Heinrich-Agende von 1539 in St. Thomas am 10. November mit. Es finden verschiedene Weihnachtskonzerte in der Nikolaikirche statt, am 7. Dezember Bachs „Weihnachtsoratorium", Kantaten 1–3 und 6, Weihnachtskonzert a cappella am 15. Dezember und die Christvesper der Universitätsgemeinde mit dem Leipziger Universitätschor am 24. Dezember.


1994

Der Universitätschor ist beteiligt am 69. Bachfest mit der Bachschen „Johannes-Passion" (II. Fassung 1725) am Gründonnerstag (MDR-Mitschnitt) und der „Johannes-Passion" (SWV 481) von Heinrich Schütz am Karfreitag im Universitätsgottesdienst. Am Nachmittag wiederholt er die Bachsche Passion in der Konzerthalle Ulrichskirche, Halle. Am 14. April singt der Chor im Trauergottesdienst für Professor Dr. Dr. hc. Heinz Wagner (1912–1994), dem langjährigen Ersten Universitätsprediger. Im Rahmen der I. Leipziger Universitätsmusiktage (25.–29. Mai) kommt nochmals die Bachsche „Johannes-Passion" zur Aufführung. Es singt der LUC gemeinsam mit dem Chor der Technischen Hochschule Szczecin Orffs „Carmina burana" im Innenhof der Universität, im Universitätsgottesdienst die Kantate „Höchsterwünschtes Freudenfest" (BWV 194) und zum Abschlussabend Jean Bergers „Yiphtah and his Daughter" (Szenen für Soli, Chor und Instrumente; Choreograpie: M. Schnelle), der sein Werk selbst dirigiert. Zum Weltmusiktag (1. Oktober) gestaltet der Chor ein Sonderkonzert mit Psalmen-Vertonungen aus vier Jahrhunderten unter David Timm, dem langjährigen Korrepetitor des Chores, der damit als Dirigent sein Staatsexamen ablegt (Musikhochschule – Klasse UMD Unger). Das Programm enthält Schütz „Mein Sohn, warum hast du uns das getan" (Ps. 84, Luc. 2), Bach „Nach dir, Herr, verlanget mich" (BWV 306) und Strawinsky „Psalmensymphonie" (Ps. 38, 39, 150 Vulgata). Es folgen im Oktober die Ausgestaltung des Semestereröffnungsgottesdienstes und der Immatrikulationsfeier. Im Konzert zum Ewigkeitssonntag 16. und 17. November erklingt Brahms „Ein deutsches Requiem" in Zeitz und in Leipzig (hier zugleich als Benefizkonzert für die Osteuropahilfe-Aktion „Mali Isus"). Zur Wiederwahl von Professor Dr. Weiss zum Rektor singt der Chor am 2. Dezember (585 Jahre nach Gründung der Universität) im Gewandhaus (Schein, Bach). Neben den Kantaten 1 und 3 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" erklingt der „Actus musicus auf Wey-Nachten" von Johann Schelle, erstmals mit dem Pauliner Barockensemble auf historischem Instrumentarium (21. Dezember).


1995

Zum Epiphaniasfest kommt Bachs „Weihnachtsoratorium" (Kantaten 4–6) zur Aufführung. Im Januar folgt die CD-Produktion „Weihnachtliche Barockmusik aus der Universitätsstadt Leipzig", die Ausgestaltung des Semestereröffnungsgottesdienstes (3. April, St. Nikolai), am 11. April die Bachsche „Matthäus-Passion" und 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges am 24. Mai das Konzert „… wider das Vergessen …" mit Penderecki „Agnus Dei", Strawinsky „Psalmensymphonie", Werken von Brahms und Thomas Stöß „Trilogie gegen das Vergessen" für Bariton (Jörn Sakuth) und Kammerensemble (Erstaufführung) u.a. Im Oktober singt der Chor mehrere Aufführungen von Orffs „Sonnengesang" (des hlg. Franziskus) und Kodály „Laudes organi" (Immatrikulationsfeier und Semestereröffnungsgottesdienst Wintersemester 95/96). Aus Anlass der Wiederaufstellung der Jahn-Orgel aus der gesprengten Universitätskirche findet am 19. November in der Peterskirche ein „Festliches Konzert" statt. An der restaurierten Orgel spielt Universitätsorganist Professor A. Gast. Eine Aufführung der Kantate „Gott soll allein mein Herze haben" BWV 169 (Bericht in den ARD-Tagesthemen) folgt. „Weihnachtliche Musik aus vier Jahrhunderten" erklingt im Rahmen der Schulkonzerte am 7. Dezember (Moderation W. Unger). Im Rahmen der Orgelkonzerte im Gewandhaus singt der Chor am 14. Dezember Regers Choralkantate „Vom Himmel hoch, da komm ich her" (Orgel Michael Schönheit) und nochmals „Laudes organi" (Kodály). Es folgt die Aufführung des Bachschen „Weihnachtsoratorium" (Kantaten 1–3 und 5).


1996

Am 3. April erklingt die Bachsche „Matthäus-Passion". Zu den II. Leipziger Universitätsmusiktagen (2.–9. Juni) kommt Karl-Ottomar Treibmanns „Hoffnungslied" für Alt, Chor und Orchester im Gewandhaus zur Uraufführung. Darüber hinaus erklingen Bachs „Präludium und Fuge c-Moll" (Orgel Johannes Unger), Mozarts „Klavierkonzert d-Moll" (Klavier Marcus Tomas) und Mozarts „Krönungsmesse" (Solisten: K. Strocka, E. Wilke, P. Schreier, E. Junghanns). In der Regie von M. Behrends wird in der Peterskirche die „Zauberflöte" von W. A. Mozart aufgeführt. Im Innenhof der Universität gibt der LUC ein Konzert mit Mendelssohn Bartholdys „Die erste Walpurgisnacht" und a-cappella-Chören der Romantik. Der vom ehemaligen Chormitglied Bettina Volksdorf (MDR) moderierte Abschlussabend steht ganz im Zeichen des 70. Geburtstages des Universitätschores. Zum Beschluss des Sommersemesters ’96 singt der Chor im Universitätsgottesdienst am 12. Juli u.a. von C. Theodorus Pachelbel das doppelchörige „Magnificat". Im August reist der LUC zum XXX. Internationalen Musikfestival „La Chaise Dieu" nach Südfrankreich. In der Chapelle des Penitents erklingen Pachelbels „Magnificat" und in der Abbatiale Bachs „Matthäus-Passion". Im Semestereröffnungsgottesdienst Wintersemester 96/97 singt der Chor a cappella (Hammerschmidt, Gallus, Strawinsky) und am 16. Oktober zur Feierlichen Immatrikulation Bachs Kantate „Die Freude reget sich" (BWV 36a). Es schließt sich die CD-Produktion an. Am 24. November kommen die „Musikalischen Exequien" (SWV 279) von Schütz, umrahmt von Chorsätzen (Distler, Gallus und Strawinsky), zur Aufführung. In diesem Jahr wird das „Weihnachtsoratorium" von Bach (Kantaten 1–4) am 17. Dezember (Gesprächskonzert) und 18. Dezember mit dem Pauliner Barockensemble musiziert.


1997

Mit Werken von Telemann und Bach gastieren Universitätschor und Barockensemble am 18. Januar in der Unterkirche der Dresdner Frauenkirche (J. S. Bach „Die Zeit, die Tag und Jahre macht" BWV 134a) u.a. Zum Abschluss der Tagung „Philipp Melanchthon – Werk und Rezeption in Universität und Schule" singt der Chor im Festgottesdienst am 19. Januar in St. Nikolai den Psalmus 118 – Septem vocum (Ps. 119, siebenst.) von Johann Walther und am 7. Februar im Semesterabschlussgottesdienst. Die Aufführung der „Johannes-Passion" am 25. und 26. März (in der Fassung von 1725 unter Voranstellung des Eingangschores „Herr, unser Herrscher" von 1724) erfährt eine szenische Umsetzung (Regie Mathias Behrends, Graz/Stuttgart). Der Chor wirkt am 29. Mai im Gedenkkonzert an die Sprengung der Universitätskirche im Festsaal des Alten Rathauses mit: J. B. Chr. Freislich: Cantata Dominica XXIII post. Trinit. „Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist" und J. S. Bach „Die Zeit, die Tag und Jahre macht" BWV 134. Ende Mai ist der Rutgers University Choir unter Dr. John Eric Floreen im Rahmen seiner Europa-Tournee Gast des LUC in Leipzig. Im Konzert am 31. Mai in der Peterskirche kommt es auch zu einem gemeinsamen Singen (Pachelbel „Magnificat"). Im Rahmen des 27. Deutschen Evangelischen Kirchentages wird die szenische Aufführung der „Johannes-Passion" in der Ernst-Grube-Halle der Universität (ehemals DHfK) wiederholt. Im Universitätsgottesdienst zum Abschluss des Sommersemesters ’97 kommt die Bachkantate BWV 169 zur Aufführung. Am 21. und 22. August eröffnen der Universitätschor und das Barockensemble das XXXI. Musikfestival „La Chaise Dieu" mit der szenischen Version der „Johannes-Passion" und bringen in einem Konzert des Pauliner Barockensembles u.a. die Kantate „Gott soll allein mein Herze haben" zur Aufführung. Im ersten Universitätsgottesdienst des neuen Semesters kommt am 12. November die Kantate „Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott" BWV 127 zur Aufführung. Das Konzert zum Ewigkeitssonntag „Ach windet euch nicht so, geplagte Seelen" am 23. November ist wieder gleichzeitig Benefizkonzert für „Mali Isus" und beinhaltet die Bachkantaten BWV 55 und 127 sowie Ausschnitte aus der „Johannes-Passion" (1725) von J. S. Bach. Zur Amtseinführung des neugewählten Rektors Professor Dr. Volker Bigl am 1. Dezember musiziert der Universitätschor Teile aus der „Messe h-Moll" (J. S. Bach) sowie den Ps. 91 „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir" (Mendelssohn Bartholdy) in der Oper Leipzig. In Gedenken an die Zerstörung Leipzigs 1943 erklingen am 4. Dezember in einem gemeinsamen Konzert mit der Kantorei St. Petri Bruckners „Requiem d-Moll" sowie a-cappella-Gesänge von Mauersberger, Mendelssohn Bartholdy, Bruckner und Geilsdorf, außerdem Instrumentalmusik von Eben und Hindemith. Die Kantaten 1–3 und 6 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" folgen am 15. Dezember (als Gesprächskonzert im Rahmen der Schulkonzerte) und am 16. Dezember.


1998

Der Chor singt im Universitäts-Abendgottesdienst am 7. Januar die Kantate „Herr, wenn die stolzen Feinde" BWV 248, VI und im Universitäts-Abendgottesdienst zum Semesterschluss Anfang Februar. Erneut gastieren Chor und Barockensemble in der Unterkirche der Dresdner Frauenkirche (14. Februar Wiederholung des Programms vom Konzert zum Ewigkeitssonntag 1997). Am 8. April singt der Chor wiederum die Bachsche „Johannes-Passion" in der üblichen Fassung in Begleitung moderner Instrumente (Pauliner Kammerorchester). Am Himmelfahrtstag (21. Mai) erklingt in der Michaeliskirche Zeitz Bachs „Missa tota" (h-Moll-Messe). Die III. Leipziger Universitätsmusiktage (30. Mai–14. Juni) stehen ganz im Zeichen der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli vor 30 Jahren. Mit einem Konzert an der „Installation Paulinerkirche" (Guhlmann/Schrödl) vereinen sich der Universitätschor und ehemalige Chormitglieder mit dem Thomanerchor und dem Propsteichor zu einem Freiluftgedenkkonzert. Am Abend des 30. Mai kommt J. Haydns „Die Schöpfung" im Gewandhaus zur Aufführung mit dem Kammerchor des LUC, dem Studentenchor der Universität Jena, dem Kammerchor Michaelstein und Instrumenten der Klassik (Chursächsische Philharmonie/Pauliner Kammerorchester; MDR-Mitschnitt und Live-CD-Produktion). Es folgt die Aufführung der „h-Moll-Messe" mit dem Trompeten Consort Friedemann Immer und dem Pauliner Barockensemble. Im Abschlusskonzert kommt Telemanns „Schulmeister-Kantate" (Andreas Sommerfeld) zur Aufführung und es präsentiert sich der Männerchor des Leipziger Universitätschores. Ausschnitte aus der „h-Moll-Messe" erklingen wenige Tage später am 19. Juni in der Eucharistiefeier zum Begräbnis von Pater Gordian Landwehr OP (Praedicator Generalis). In einem Benefiz-Konzert für die Erneuerung der Thomaskirche singt der Chor die Kantate von J. F. Fasch „Gott, wir warten deiner Güte" und im Universitätsgottesdienst zum Ende des Sommersemesters ’98 Chorwerke von Schütz, J. von Burgk, Schubert und Distler. Das Wintersemester 98/99 beginnt mit der Ausgestaltung des Semestereröffnungsgottesdienstes am 12. Oktober (Distler, Schütz, Hessenberg „O Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens«, Motette »Herzlich lieb hab ich dich, o Herr" von J. Fr. Doles). Zur Feierlichen Immatrikulation am 14. Oktober im Gewandhaus singt der Chor Chorsätze von Pepping, Kuhn und Unger. Es erklingt Bachs Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf" BWV 226. Das Konzert zum Ewigkeitssonntag ist Pater Gordian Landwehr in memoriam gewidmet. Zur Aufführung gelangt das „Requiem d-Moll" von Mozart (in der Ergänzung und Instrumentierung von Franz Beyer), musiziert auf historischen Instrumenten der Klassik. Am 4. und 5. Dezember singt der Chor die Motette in der Thomaskirche (Chorsätze und -werke von Herzog, Reger, Mendelssohn Bartholdy, Bach, Doles und Schütz). Die Aufführung des Bachschen „Weihnachtsoratorium" (Kantaten 1–3) am 16. Dezember wird ergänzt durch die Weihnachts-Kantate „Der Himmel steht nun wieder offen" von Chr. August Jacobi (Erstfassung) und am 17. Dezember als „Mali Isus"-Benefizkonzert zugunsten der Flüchtlingshilfe am Dominikanerinnenkloster Zagreb wiederholt.


1999

Mit einem umfangreichen a-cappella-Programm (Eccard, Schütz, Schein, Bach, Doles, Mendelssohn Bartholdy, Reger, Mauersberger und Distler) gastiert der Universitätschor am 2. Februar im Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen in Halle/Saale und gestaltet am nächsten Tag den Semesterabschlussgottesdienst in St. Thomas. Im Zeitraum vom 18.–25. März konzertiert der LUC erstmalig in seiner Geschichte in den USA. In fünf Konzerten präsentieren die Choristinnen und Choristen Werke „Leipziger Komponisten". Dankenswerterweise hat Detlef Schneider die Leitung der Konzerte in Vertretung für den erkrankten UMD übernommen (Solist Johannes Unger, Orgel). Bereits am 31. März wird die Bachsche „Matthäus-Passion" (unter W. Unger) in Leipzig aufgeführt und am 7. April musiziert der Chor im Semestereröffnungsgottesdienst. Beim Bachfest Leipzig singt der LUC Kantaten zu Christi Himmelfahrt von J. S. Bach „Auf Christi Himmelfahrt allein" BWV 128 und J. F. Fasch „Unser Wandel ist im Himmel" im Mendelssohn-Saal des Neuen Gewandhauses. Am 19. Juni wiederholt der Chor sein USA-Programm in der Peterskirche und singt am 3. Juli in der Thomaskirche (Benefiz-Konzert zur Erneuerung) vorwiegend Distlersche Chormusik. Im Juli folgen CD-Aufnahmen der „Liturgischen Sätze" (I) von Distler und die musikalisch-liturgische Gestaltung des Semesterabschlussgottesdienstes in der Peterskirche. Im Gedenken an den Oktober ’89 findet in der Werkstatt des Technischen Dienstes in Espenhain am 8. Oktober ein Werkstattkonzert statt (Petr Eben „Prager Te Deum 1989", Distler, Bach u.a.). Die Ausgestaltung der Immatrikulationsfeier übernimmt wieder der LUC (Eben „Te Deum"), und zum Ewigkeitssonntag am 21. November erklingt „Ein deutsches Requiem" (Voraufführung im Dom zu Wurzen). Es folgt die Aufführung der Kantaten 2, 3, 5 und 6 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" (15. Dezember). Vor bzw. nach den einzelnen Kantaten erklingen ferngestellt Bachsche „Passionschoräle", die Nähe von Krippe und Kreuz symbolisierend. Auf Einladung des neuen Chefdirigenten des Gewandhausorchesters Professor Blomstedt singt ein Teil des Chores zur Jahrtausendwende im Gewandhaus Beethovens IX. Sinfonie (29./30./31. Dezember) mit.


2000

Der Universitätschor gestaltet am 21. Januar in der Thomaskirche die Motette u.a. mit Ausschnitten aus den „Liturgischen Sätzen" von Hugo Distler und bringt nochmals das „Te Deum 1989" von P. Eben zur Aufführung. Ende des Monats werden die Distlerschen „Liturgischen Sätze" (II) in der Leipziger Lukaskirche produziert. Im April reist der LUC mit dem Pauliner Kammerorchester in die Toscana. Es erklingt die Bachsche „Johannes-Passion" im Dom von Massa Marittima (15. April) und im Dom zu Grosseto (16. April) in jeweils vollbesetzten Kirchen. Bereits am 18. April wird das Werk in der Leipziger Peterskirche nochmals zur Aufführung gebracht. Im Mittelpunkt eines a-cappella-Konzertes in Leipzig am 17. Juni stehen Magnificat-Vertonungen von Scheidt und Arvo Pärt, die Motette „Komm, Jesu, komm" BWV 229 von Bach, Hessenbergs Motette „O Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens", Knut Nystedts „Immortal Bach" (für 5 vierstimmige Chöre) und Regers Choralkantate „Meinen Jesum lass ich nicht". In diesem Konzert dirigiert die Studentin Johanna Franke Mendelssohn Bartholdys „Hör mein Bitten" als Teil ihres Staatsexamens am Kirchenmusikalischen Institut der Hochschule für Musik (Klasse UMD Unger).

Der vorgesehene Beitrag der „Leipziger Universitätsmusik" zum Bachfest 2000 – szenische Aufführung der Bachkantaten „Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen" BWV 215 und „Der zufriedengestellte Aeolus" BWV 205 – muss wegen der kurzfristigen Erkrankung des Regisseurs M. Behrends anders konzipiert werden. In Kostümen der Bachzeit wird ein Festumzug des Chores vom Burgplatz (Einweihung einer Gedenktafel für Picander) zu den Wirkungsstätten Bachs (Thomaskirche, Altes Rathaus, Nikolaikirche und Standort Universitätskirche mit Kranzniederlegung) veranstaltet. Das Konzert findet unter Mitwirkung des Trompeten Consort Friedemann Immer am 23. und 24. Juli in der Osthalle des Hauptbahnhofes vor unzähligem Publikum statt. Unter Mitwirkung des Chores zum Universitätsgottesdienst zum Bachfest 2000 (30. Juli) geht das Sommersemester zu Ende. Am 9. Oktober zum Semestergottesdienst und am 11. Oktober zur Feierlichen Immatrikulation erklingen Bernsteins „Chichester Psalms" (I) und Chorsätze von di Lasso, Mauersberger und Brahms. Zu den IV. Leipziger Universitätsmusiktagen singt der Chor Brahms „Ein deutsches Requiem" (26. November mit Instrumenten der Romantik), in der Universitätsvesper Kodálys „Pange lingua" (29. November), im Festsaal des Alten Rathauses die Bachkantate „Der zufriedengestellte Aeolus" (30. November) und am 2. Dezember das Bachsche „Weihnachtsoratorium". Zum Abschlussabend, der „Langen Nacht der Leipziger Universitätsmusik", stellt der Universitätschor u.a. Ausschnitte der Studentenoperette „Depeo" vor, die 1922 zum 100-jährigen Jubiläum der Studentensängerschaft St. Pauli seine Uraufführung erfuhr. Das Jahr geht zu Ende mit einem Weihnachtskonzert für das „Senioren-Kolleg" am 14. Dezember und der Aufführung der Kantaten 1–4 des Bachschen „Weihnachtsoratorium" am 19. Dezember sowie der Ausgestaltung der Christvesper.


2001

Im Universitätsgottesdienst zum Semesterabschluss 2000/2001 singt der Chor am 31. Januar Werke von Distler, Schütz, Staden und Bernstein. Am 11. April erfolgt die Aufführung der Bachschen „Matthäus-Passion", danach singt der Chor in der Universitätsvesper am 25. April und zum Universitätsgottesdienst am Sonntag Cantate (Dietrich Manicke »Cantate Domino«). Zum 75-jährigen Jubiläum des Leipziger Universitätschores finden Festtage vom 13.–22. Juni statt (Universitätsvesper am 13. Juni, Aufführung des Oratoriums »Die Jahreszeiten« von Haydn am 16. Juni, Festgottesdienst am 17. Juni und die Ausgestaltung der Motette in der Thomaskirche am 22./23. Juni (Orgel David J. Messineo, USA). Am 27. Juni gestaltet der Leipziger Universitätschor den Universitätsgottesdienst zum Semesterabschluss.

Das Wintersemester beginnt mit der Feierlichen Immatrikulation im Neuen Gewandhaus. Es erklingen Benjamin Brittens „Festival Te Deum"sowie Ausschnitte aus Carl Orffs „Carmina burana". Außerdem wird in diesem Rahmen der Echo-Klassik-Preis übergeben, den der Chor für die Einspielung der „Liturgischen Sätze" von Hugo Distler erhalten hat. Am 31. Oktober singt der Chor a-cappella-Werke u.a. von Heinrich Schütz und Hugo Distler im Universitätsgottesdienst zum Reformationsfest. Bei der Semestereröffnung für das Seniorenkolleg der Universität Leipzig am 8. November erklingt nochmals Benjamin Brittens „Festival Te Deum". Unter der Mitwirkung einiger Choristen wird am 11. November die Bachkantate „Der Friede sei mit dir" BWV 158 im Universitätsgottesdienst aufgeführt. Am 25. November erklingen in einem Konzert zum Ewigkeitssonntag die Kantate „Ich habe genug" BWV 82 von Johann Sebastian Bach und das Requiem d-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart in der Fassung von Franz Beyer. In der Adventszeit singt der Leipziger Universitätschor in der Universitätsvesper am 5. Dezember sowie im Universitätsgottesdienst am 9. Dezember. Außerdem gibt er am 13. Dezember für das Seniorenkolleg der Universität Leipzig ein weihnachtliches Konzert, welches am folgenden Tag in Ausschnitten im Hauptbahnhof wiederholt wird. Zu Ende geht das Jahr mit der Aufführung der Kantaten 1, 2 und 4 des „Weihnachtsoratorium" in der Peterskirche am 18. Dezember sowie der Ausgestaltung der Christvesper am 24. Dezember.


2002

Im Januar gestaltet der Leipziger Universitätschor drei Gottesdienste: am 12. Januar den Trauergottesdienst zur Beerdigung von Professor Dr. Dr. Kurt Nowak, einem Professor der Theologischen Fakultät, am 20. Januar einen Gedenkgottesdienst für zwei Leipziger Widerstandskämpfer, und am 30. Januar den Semesterabschlussgottesdienst. Noch ehe das neue Semester beginnt, wird am 26. März die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Es erklingt diesmal die zweite Fassung von 1725. Am 3. April findet in der Thomaskirche der Semestereröffnungsgottesdienst unter Mitwirkung des Leipziger Universitätschores mit Chormusik von Mendelssohn statt. Zum Leipziger Bachfest 2002 gestaltet der Leipziger Universitätschor am 4. Mai eine Motette in der Thomaskirche. Neben der Bachkantate „O Ewigkeit, du Donnerwort" BWV 20 werden Motetten von Duruflé und Mendelssohn sowie das „Pater noster" von Schütz aufgeführt. Am 30. Mai singen Mitglieder des Chores im Universitätsgottesdienst zum Gedenken an die Sprengung der Paulinerkirche vor 34 Jahren. Vom 22. Juni bis zum 6. Juli finden Festtage zum 100. Geburtstag von Friedrich Rabenschlag statt. Der Leipziger Universitätschor gestaltet unter anderem einen Universitätsgottesdienst am 23. Juni und eine Universitätsvesper am 3. Juli. Das Abschlusskonzert der Festtage findet am 6. Juli im Neuen Gewandhaus zu Leipzig statt. Neben der „Sonate für zwei Klaviere und Schlagwerk" von Béla Bartók erklingen in Zusammenwirkung mit dem Universitätschor Ulm die „Carmina burana" von Carl Orff in der Fassung für Soli, Chor, zwei Klaviere und Schlagwerk. Bereits eine Woche zuvor gibt es eine Aufführung des gleichen Werks in Ulm unter Leitung des dortigen Universitätsmusikdirektors Albrecht Haupt. Am 10. Juli erklingen im Semesterabschlussgottesdienst Werke von Duruflé, Schütz und Mendelssohn.

Aufgrund der geplanten CD-Aufnahmen wird das Programm des diesjährigen Chorlagers sehr umfangreich. Neben der Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf" und der „Trauerode" von J. S. Bach müssen u.a. die „Liebeslieder-Walzer" von J. Brahms einstudiert werden. Wolfgang Unger feiert sein 15-jähriges Jubiläum als Leiter des LUC. Zur Feierlichen Immatrikulation am 16. Oktober im Neuen Gewandhaus singt der LUC die „Liebeslieder-Walzer" und „Der Geist hilft unser Schwachheit auf". Die Klavierbegleitung übernehmen Universitätsorganist Professor Arvid Gast und Albrecht Koch. Das gleiche Programm erklingt noch einmal am 24. Oktober zu einer Konferenz des Instituts für Musikwissenschaft im Alten Senatssaal. Am Klavier diesmal David Schlaffke und Albrecht Koch. Vom 28. Oktober bis 30. Oktober 2002 finden in der Bethanienkirche die ersten CD-Aufnahmen zur Reihe „Festmusiken zu Leipziger Universitätsfeiern" statt. Aufgenommen werden die „Trauerode" und „Der Geist hilft unser Schwachheit auf". Schon einen Tag nach den CD-Aufnahmen umrahmt der LUC den Universitätsgottesdienst zum Reformationstag, der vom MDR im Rundfunk übertragen wird. „Ein deutsches Requiem" von J. Brahms erklingt in diesem Jahr gleich zweimal: Am 22. November unter Leitung von Thomas van Haeperen aus Brüssel und am 24. November unter Leitung von UMD Wolfgang Unger. Am 17. Dezember werden die Kantaten I–III des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach in der Peterskirche zur Aufführung gebracht. Da Wolfgang Unger erkrankt, übernimmt sein künstlerischer Assistent Albrecht Koch die Leitung des Konzertes. Trotz der wenigen Proben führt er Solisten, Chor und Orchester souverän durch das Werk.


2003

Im Semesterabschlussgottesdienst am 5. Februar in der Thomaskirche erklingen u.a. das „Pater noster" von Max Baumann und der Gospel „I wanna die easy". Das Sommersemester beginnt mit einem Probenwochenende für die Matthäus-Passion von J. S. Bach, die am 15. April in der Peterskirche aufgeführt wird. Vom 14. bis 15. Juni fährt der LUC nach Hannover, um dort mit dem Hochschulchor Hannover die „Carmina burana" von Carl Orff unter der Leitung von Tabea Fischle aufzuführen. Bei den V. Leipziger Universitätsmusiktagen ist der LUC an vier Veranstaltungen beteiligt. Im Universitätsgottesdienst am 22. Juni erklingen in der Nikolaikirche Werke von A. Bruckner, J.H. Schein und F. Draeseke. Zur Auswahl des letzteren gab die am Vortag stattfindende internationale musikwissenschaftliche Jahreskonferenz „Neue Draeseke-Forschung" Anlass. Den Höhepunkt der Universitätsmusiktage stellt das Konzert am 25. Juni im Neuen Gewandhaus dar. Auf dem Programm steht neben den „Carmina Burana" von Carl Orff (zusammen mit dem Hochschulchor Hannover) die Uraufführung des Werkes „Über das Erwachen" von Steffen Reinhold, einem zeitgenössischen Leipziger Komponisten, der das Stück dem LUC widmet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, einen Bezug zu der Komposition herzustellen, findet der Chor letztendlich Gefallen daran, sodass es eine gelungene und spannungsreiche Uraufführung wird. Dies ist nicht zuletzt der intensiven Probenarbeit von Albrecht Koch zu verdanken. Am 27. und 28. Juni gestaltet der LUC die Motette in der Thomaskirche mit Werken von F. Draeseke, A. Bruckner, F. Mendelssohn Bartholdy, J.H. Schein und M. Baumann. In der zweiten Motette erklingt zusätzlich die Kantate „Ach Gott, vom Himmel sieh darein" von J. S. Bach. Zum Semesterabschlussgottesdienst am 16. Juli in der Peterskirche singt der LUC unter Leitung von Albrecht Koch u.a. Werke von J. S. Bach, A. Bruckner und J. G. Rheinberger. Das Semester klingt aus mit einem Grillabend im Hof des Mendelssohnhauses.

Die Feierliche Immatrikulation findet am 16. Oktober im Leipziger Gewandhaus statt. Für die musikalische Ausgestaltung sorgt der LUC mit „Gaudeamus igitur", „Abschied vom Walde" und „Jagdlied" von F. Mendelssohn Bartholdy und „Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten" von J. S. Bach. Am 17. Oktober wird im Alten Rathaus die Ehrenpromotion des zeitgenössischen Komponisten Professor Dr. h.c. mult. Krzysztof Penderecki gefeiert. Das musikalische Festprogramm bietet der LUC mit „Jauchzet dem Herrn alle Welt" von F. Mendelssohn Bartholdy, „Wiwat, bratu memu" von Andrzej Koszewski und „Gaudeamus igitur". Traditionell erklingt das „Requiem d-Moll" von W. A. Mozart am 23. November in der Peterskirche in einem Konzert zum Ewigkeitssonntag. Am 5. November wird der neue Rektor der Universität Leipzig gewählt. Die feierliche Amtseinführung von Professor Dr. jur. Franz Häuser findet am 2. Dezember im Mendelssohnsaal des Gewandhauses zu Leipzig statt. Für die musikalische Umrahmung sorgt der LUC mit „Machet die Tore weit" von Andreas Hammerschmidt, „Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes" von Heinrich Schütz und „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir" von Felix Mendelssohn Bartholdy. In diesem Jahr steht ein zusätzliches Weihnachtskonzert auf dem Programm. Am 5. Dezember kommt das Konzert „Weihnachtliche Chormusik" in der Peterskirche zur Aufführung. „Tatort-Kommissar" Peter Sodann verliest dazu weihnachtliche Texte. Zum traditionellen Pflichtprogramm gehört auch dieses Jahr das „Weihnachtsoratorium" von J. S. Bach. Die Kantaten I–III erklingen am 16. Dezember in der voll besetzten Peterskirche. Die Christvesper der Universitätsgemeinde wird wieder von einer kleinen Besetzung des aktiven Chores sowie ehemaligen Chormitgliedern in der Nikolaikirche ausgestaltet.


2004

Das Wintersemester 2003/2004 klingt mit einem Gottesdienst in der Nikolaikirche am 4. Februar aus. Der LUC singt Werke wie „Gott ist gegenwärtig" von R. Mauersberger, „Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes" von H. Schütz, „Locus iste" von A. Bruckner und „Verleih uns Frieden gnädiglich" von F. Mendelssohn Bartholdy. Bereits in den Semesterferien finden sich die Mitglieder des LUC ein, um für die Johannespassion von J.S. Bach zu proben. Diese wird am 6. April in der Peterskirche unter der Leitung von Albrecht Koch aufgeführt. Am 19. April stirbt Universitätsmusikdirektor Professor Wolfgang Unger. Im Trauergottesdienst in der Thomaskirche am 26. April nehmen gleich drei Chöre Abschied von ihrem ehemaligen Leiter: der Thüringische Akademische Singkreis, der Thomanerchor, den Wolfgang Unger ein Jahr lang ad interim leitete, und vor allem der Leipziger Universitätschor unter Ungers letztem Assistenten Ulf Wellner mit „Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser" von Hugo Distler, dem „Pater noster" von Max Baumann und „Ach Herr, laß dein lieb Engelein", dem Schlusschoral aus der Johannespassion. Die Orgel spielt Universitätsorganist Professor Arvid Gast. Es wäre nicht im Sinne Wolfgang Ungers gewesen, das Singen zu unterbrechen, deshalb geht der Chorbetrieb gleich weiter mit der musikalischen Ausgestaltung einer Vesper in der Kreuzkirche zu Dresden am 8. Mai. Dort erklingen Werke von H. Distler, H. Schütz, R. Mauersberger, S. Reda, W. Stockmeier und M. Baumann. Ulf Wellner übernimmt die Leitung des Chores ad interim. Am 19. Juni treffen sich die Mitglieder des Förderkreises Leipziger Universitätschor zu einem geselligen Abend im Ratskeller und singen am 20. Juni zusammen mit dem LUC in einem Universitätsgottesdienst in der Nikolaikirche. In der Stadtkirche St. Marien zu Torgau erklingen am 25. Juni in einem a-cappella-Konzert Werke von R. Mauersberger, D. Manicke, S. Reda, H. Distler, W. Stockmeier, E. Pepping und M. Baumann.

Ulf Wellner

2004 

Ulf Wellner leitet das Probenlager, in dem das Weihnachtsoratorium 1,2,6,und das Deutsche Requiem einstudiert werden. Während der Interimsleitung werden die CD-Aufnahmen nicht weitergeführt. Zur Immatrikulationsfeier am 14. Oktober erklingen Herbstlieder von Mendelssohn und Brahms. Das Deutsche Requiem von Johannes Brahms wird am 21. November in memoriam Wolfgang Unger, unterstützt vom TASK, in der Thomaskirche aufgeführt. Es folgt am 17. Dezember eine Aufführung des Weihnachtsoratoriums, Kantaten 1, 2 und 6 in der Peterskirche, anschließende informelle Verabschiedung des Chores von Ulf Wellner, der den Chor aber noch bis 31. Januar 2005 leiten wird. In der Kirche Sankt Lucas zu Pattensen am 17. Dezember singt der Universitätschor abermals das Weihnachstoratorum.

Leipziger Universitätsmusikdirektor David Timm

2005

Das Jahr 2005 beginnt mit Proben für die Matthäuspassion, welche am 22. März in der Peterskirche aufgeführt wird. Dies ist das erste Konzert mit David Timm als neuem Universitätsmusikdirektor. Im Universitätsgottesdienst zur Beerdigung von Altrektor Volker Bigl am 31. März wirkt der Chor musikalisch mit. Am 6. und 7. Mai erklingt im großen Saal des Bundesverwaltungsgerichtes eine konzertante Aufführung des Fliegenden Holländers von Richard Wagner unter dem Titel „Wagner vor Gericht“. Zu den diesjährigen Universitätsmusiktagen singt der Chor Mozarts c-Moll-Messe in einer Bearbeitung von Robert Levin und gestaltet den Abschlussabend „Bach und Jazz“ mit.
Der Fotograf Rainer-Justen Behling errichtet die Fotoausstellung „ad audio“ in der Thomaskirche. Sie zeigt Portraits von Chormitgliedern, die mit geschlossenen Augen Musik lauschen. Das neue Semester beginnt mit dem Chorlager im vogtländischen Waldpark Grünheide, dort wird das Programm für die Immatrikulationsfeier, das Weihnachtsoratorium und das Deutsche Requiem geprobt. Am 6. November gestaltete der Chor den Dankgottesdienst des Diakonischen Werkes Innere Mission in der Thomaskirche mit.

Das Deutsche Requiem erklingt am 20. November in der Peterskirche, am 13. Dezember das Weihnachtsoratorium (Kantaten 1-3). In den nächsten Tagen werden die CD-Aufnahmen der Festmusiken fortgesetzt und die Bachkantaten „Tönet, ihr Pauken“ und „Vereinigte Zwietracht“ aufgenommen.

2006

Im Semesterabschlussgottesdienst am 1. Februar singt der Chor „Also hat Gott die Welt geliebt“ von Heinrich Schütz. In den Semesterferien hat der Chor die Gelegenheit, bei der Aufführung des Oratoriums „Deus Passus“ des zeitgenössischen Komponisten Wolfgang Rihm in der Thomaskirche mitzuwirken. Das spannende Projekt ist ein großer Erfolg beim Publikum. Das Sommersemester beginnt mit der Aufführung der Johannespassion am 11. April in der Thomaskirche. Zum Bachfest singt der Chor am 30. Mai die Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ und das „Alexanderfest“ von Georg Friedrich Händel. Carl Orffs „Carmina Burana“ wird am 7. Juli in Borna unter der Leitung von Markus Huber aufgeführt, in Leipzig am 14. Juli unter David Timm im Bundesverwaltungsgericht.

Das 80jährige Chorjubiläum wird am 15. Juli in der reformierten Kirche gefeiert. Der Chor singt „Singet dem Herrn“ von J. S. Bach und Lieder von Schütz, Mendelssohn, Schubert, Bach und Brahms. A-cappella-Konzerte mit Werken von Schütz, Bach und Timm führen den Chor nach Naumburg und Görlitz. Am 17. September wiederholen die Leipziger Universitätsmusik, das Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig und der Robert-und-Clara-Schumann-Verein-Leipzig e.V. in einem Gemeinschaftsprojekt das Gedenkkonzert zum Tod Robert Schumanns 150 Jahre nach der ersten Aufführung. Es erklingen neben Instrumentalstücken Auszüge aus Schumanns Oratorium „Das Paradies und die Peri“. Bei der Immatrikulationsfeier eröffnet der Chor im Oktober das neue Wintersemester mit Auszügen aus der „Carmina Burana“. Die „Missa da requiem“ von Giuseppe Verdi wird am 26. November, unterstützt vom Leipziger Vocalensemble,  in der Thomaskirche aufgeführt. Am 12. Dezember erklingen die Kantaten 4-6 des Bachschen Weihnachtsoratoriums in der Peterskirche. In den folgenden Tagen werden die Bachkantaten „Zerreißet, zersprenget, zertrümmert die Gruft“ und „Lasst uns sorgen, lasst uns wachen“ aufgenommen. Zum Weihnachtsabend gestaltet der Chor die Christvesper in der Nikolaikirche.

2007

Der Coro de la universidad de Sevilla lädt den Chor zu einer gemeinsamen Aufführung des Verdi-Requiems im März nach Sevilla ein, das Konzert findet in der Kathedrale von Sevilla unter Jose Carlos Carmona statt. Am 31. März wird die Markuspassion von J. S. Bach in einer Bearbeitung von Volker Bräutigam aufgeführt, der Universitätschor singt die Bachschen Choräle. Der Chor ist zu den Halleschen Universitätsmusiken eingeladen und singt am 10. Mai im Konzert mitteldeutscher Universitätschöre Auszüge aus „Jesu, meine Freude“ und den Meistersingern sowie Werke von Timm und Reger. Zu den VII. Leipziger Universitätsmusiktagen („Leipziger Romantik“) führt der Chor am 22. Mai die „Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner im Schauspielhaus konzertant auf, zum Abschlussabend am 26. Mai unter dem Motto „Wagner und Reger“ erklingen Auszüge aus den Meistersingern und Lieder von Max Reger. Der Chor gestaltet die Motette am 13. und 14. Juli in der Thomaskirche mit „Jesu, meine Freude“ und der Kantate „Wir danken Dir, Gott“ von J. S. Bach und „Meinen Jesum lass ich nicht“ von Max Reger. A-cappella-Konzerte führen den Chor in diesem Jahr nach Nordhausen und Mühlhausen, es erklingen „Jesu, meine Freude“, „Meinen Jesum lass ich nicht“, das „Nachtlied“ von Max Reger und Timms „Agnus Dei“. Der Gottesdienst zur Beerdigung von Professor Günter Wartenberg am 17. Juli wird von Teilnehmern des Chores mitgestaltet, gesungen wurden Sätze aus der Motette „Jesu, meine Freude“.

Nach der Sommerpause verbringtder Chor das Probenlager auf Schloss Mansfeld im Harz vom 4. bis 6. Oktober. In dieser Zeit werden die Werke „Die Beschwörung der Oper“ von Stephan König, das Requiem von W. A. Mozart sowie Werke von Reger und Schütz einstudiert. Das Semester beginnt mit der Mitausgestaltung der Immatrikulationsfeier am 10. Oktober im Gewandhaus, die der Chor mit Auszügen aus Wagners „Meistersingern von Nürnberg“ und Regers Morgengesang bereichert, und der Teilnahme an der Universitätsvesper am Paulineraltar am 7. November. Dort werden Werke von Reger und Schütz gesungen. Zur Wiedereröffnungsfeier der Leipziger Oper nach Renovierung am 11. November singt der Chor, gemeinsam mit dem Leipziger Opernchor sowie einer Reihe weiterer Leipziger Jugendchöre, Auszüge aus Wagners Meistersingern und die „Beschwörung der Oper“ von Stephan König (Uraufführung). Am Totensonntag (25. November) wird in der Peterskirche das „Pie Jesu“ von Lili Boulanger, gefolgt von Mozarts Requiem aufgeführt. Nur zwei Wochen später, am 11. Dezember, wird Bachs Weihnachtsoratorium (1-3) in der Peterskirche zur Auführung gebracht, es folgt das alljährliche chorinterne Krippenspiel. Die Bachkantaten „Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen“ und „Schleicht, spielende Wellen und murmelt gelinde!“ werden in den folgenden Tagen in der Leipziger Bethanien-Kirche zusammen mit dem Pauliner Barockensemble aufgenommen. Traditionell wirkt ein Teil des Chores bei der Christvesper am 24. Dezember in der Nikolaikirche mit, es erklingen der Eingangschor aus Mendelssohn Oratorium „Christus“ und traditionelle Weihnachtslieder.

2008

Auch 2008 wird der Chor nach Spanien eingeladen, die Reise dauert vom 6. bis 9. März. Zusammen mit dem Coro de Universidad de Sevilla wird Beethovens 9. Sinfonie einstudiert und sowohl in der Kathedrale von Sevilla (7. März) als auch in Osuna im alten Steinbruch (8. März) aufgeführt. Zurück in Leipzig erklingt am Dienstag der Karwoche (18. März) Bachs Matthäuspassion in der Peterskirche. 2008 feiert die Friedrich-Schiller-Universität Jena ihr 450-jähriges Bestehen und lädt die Universitätschöre Halle und Leipzig zu einem gemeinsamen Konzert am 16. Mai ein. Vom Leipziger Universitätschor erklingen Mauersberger „Wie liegt die Stadt so wüst“, Mendelssohn 100. Psalm und die Bachmotette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“. Gemeinsam erklingen Alta Trinita Beata und Bruckners „Locus iste“. Am 30. Mai jährt sich zum 40. Mal die Sprengung der Universitätskirche Sankt Pauli. Den Gottesdienst gestaltet der Chor mit „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ und Mauersberger „Wie liegt die Stadt so wüst“. Im Gedenkkonzert der Kirchensprengung musiziert der Chor die Bachmotette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ und das Auftragswerk „Epitaph“ von Volker Bräutigam (Uraufführung), eine Vertonung wichtiger Abschnitte aus der Geschichte dieser Kirche. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, ehemalige Physikstudentin an der Universität Leipzig, bekommt von der Fakultät für Physik und Geowissenschaften am 3. Juni die Ehrenpromotion verliehen. Der Universitätschor umrahmt den Festakt mit Bachs Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“. Die letzten Wochen des Sommersemesters werden mit Proben für Bachs h-Moll-Messe verbracht. Nach vier Jahren als künstlerische Assistentin des Universitätsmusikdirektors nimmt der Chor Abschied von Johanna Franke, die mit ihrer Familie nach Dresden zieht. Ihre Nachfolge treten Ingrid Sprenger und Clemens Lucke an.

Das Wintersemester beginnt gemeinsam mit der UniBigband im Chorlager in Burg Stargard an der Mecklenburger Seenplatte, wo neben der h-Moll-Messe auch David Timms „Gloria“ für die Immatrikulationsfeier am 15. Oktober 2008 geprobt wird.
Höhepunkt des Semesters ist die Aufführung der Hohen Messe in h-Moll BWV 232 am 23. November 2008 in der vollbesetzten Thomaskirche. In diesem Jahr führt der Chor statt des Weihnachtsoratoriums die Kantaten „Nun komm, der Heiden Heiland“ (BWV 62) „Süßer Trost, mein Jesu kömmt“ (BWV 151) und „Gloria in excelsis Deo“ (BWV 191) auf, von J. S. Bach für den Advent und Weihnachten geschrieben. Das Weihnachtsliedersingen in Leipziger Krankenhäusern ist inzwischen schöne Tradition geworden und stellt eine Art Generalprobe für die Christvesper in der Nikolaikirche am 24. Dezember dar. Parallel zu den Weihnachtsvorbereitungen beginnt in diesem Jahr schon eine nächste intensive Probenphase, denn noch vor Semesterende steht schon das nächste Konzert auf dem Programm.

2009

Das Jahr 2009 beginnt mit einem Friedensgebet mit Chören aus dem „Paulus“ am 12. Januar in der Nikolaikirche. Am 07. Februar 2009 führt der Leipziger Universitätschor zu Ehren des 200. Geburtstages von Felix Mendelssohn Bartholdy sein Oratorium „Paulus“ auf. Das Konzert wird vom Deutschlandfunk für die Reihe „Grundton D“ mitgeschnitten.
In der Karwoche kommt traditionsgemäß eine Passion zur Aufführung, in diesem Jahr Bachs „Johannespassion“ am 07. April in der Peterskirche. Am 19. April 2009 jährt sich der Todestag des früh verstorbenen Universitätsmusikdirektors Wolfgang Unger zum 5. Mal. Aus diesem Anlass beteiligt sich der Universitätschor am Gedenkkonzert in der Thomaskirche, wo „Wie liegt die Stadt so wüst“ (R. Mauersberger), die Choralkantate „Meinen Jesum laß’ ich nicht“ (M.Reger), „Siehe, wir preisen selig“ (aus Mendelssohns „Paulus“) und „Ach Herr, lass dein lieb Engelein“ (aus Bachs „Johannespassion“) gesungen werden. Am 26. April wird der ehemalige Universitätsmusikdirektor Hans-Joachim Rotzsch zu seinem 80. Geburtstag in der Taborkirche geehrt.
Den Auftakt zu den Feierlichkeiten zum 600-jährigen Universitätsjubiläum bildet ein Festkonzert für geladene Gäste im Großen Saal des Gewandhauses am 09. Mai 2009, der von Rundfunk und Fernsehen übertragen wird. Dort bringt der Chor Bachs Festmusik „Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten“ BWV 207 und – zusammen mit dem Universitätsorchester und der Unibigband – „Halleluja“ von David Timm zu Gehör.

Die Festmusiken zu Leipziger Universitätsfeiern spielen auch im weiteren Programm des Chores eine zentrale Rolle. Im Rahmen des Bachfestes Leipzig werden am 14. Juni 2009 die Musiken „Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten“ BWV 207, „Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd“ BWV 208a und als erste Wiederaufführung die Kantate „Die Lieb erkaltet allenthalben“ von Johann Gottlieb Görner in der Michaeliskirche gesungen. Auf das Konzert folgen direkt die letzten CD-Aufnahmen für die Festmusikensammlung. In der Bethanienkirche werden an drei auf einander folgenden Abenden „Auf, schmetternde Töne der muntern Trompeten“ BWV 207a, „Schwingt freudig euch empor“ BWV 36c und „Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd“ BWV 208a eingespielt. Die Festmusiken erscheinen rechtzeitig zum Abschluss des Jubiläumsjahres im Dezember im Handel. Am letzen Wochenende im Sommersemester besuchen die mitteldeutschen Universitätschöre „Johann Friedrich Reichardt“ aus Halle/S. und der Studentenchor der Friedrich-Schiller-Universität Jena den Leipziger Universitätschor. Das gemeinsame Konzert am 11. Juli 2009 in der Peterskirche ist die Fortsetzung der seit 2007 stattfindenden Chortreffen zwischen den drei Universitäten und zugleich die Gegeneinladung nach den Konzerten in Halle und Jena in den vergangenen beiden Jahren. Der Leipziger Universitätschor führt Felix Mendelssohn Bartholdys Vertonung des hundertsten Psalms "Jauchzet dem Herrn alle Welt", Johannes Brahms’ Motette „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?“ op. 74 Nr. 1 und das „Gloria“ von David Timm auf. Darüber hinaus findet in diesem Konzert die Uraufführung der Auftragskomposition „Augustusplatz“ des Leipziger Komponisten Bernd Franke statt.

Ab dem Wintersemester 2009 kann der Chor wieder am alten, neuen Ort im Neuen Hörsaalgebäude proben. Das Semester beginnt mit dem Chorlager im Schloss Mansfeld. Das Probenprogramm ist voll, denn im Herbst und Winter stehen die Jubiläumsfeierlichkeiten an. Die Konzertsaison beginnt mit der feierlichen Immatrikulation am 14. Oktober 2009 im Großen Saal des Gewandhauses, an der die drei großen Ensembles der Leipziger Universitätsmusik, die Unibigband Leipzig, das Leipziger Universitätsorchester und der Universitätschor mitwirken. Es erklingen Teile aus Mendelssohns „Lobgesang“ MWV A 18, die Ouvertüre zur Märchenoper „Ruslan und Ludmilla“ von Michael I. Glinka und die Komposition „angels“ von David Timm. Danach dürfen Chor und Orchester schon einmal „Probestehen“ im Rohbau ihrer neuen Konzertstätte am Augustusplatz. Am 15. Oktober 2009 gestaltet der Chor den Semesterauftaktgottesdienst in der Thomaskirche mit Teilen aus Mendelssohns „Lobgesang“ MWV A 18 und Gemeindeliedern. Am 19. November 2009 bekommt der Chor Besuch aus Sevilla. Nach den beiden Konzerten in der Hauptstadt Andalusiens wurde nun die ausgesprochene Einladung umgesetzt und nach intensiven gemeinsamen Proben am Ewigkeitssonntag Verdis „Messa da Requiem“ in der Thomaskirche mit dem Coro de la Universidad de Sevilla und dem Leipziger Universitätschor  aufgeführt. Für den Leipziger Universitätschor folgt kurz darauf ein weiterer Höhepunkt. Am 02. Dezember 2009 wird die Universität Leipzig 600 Jahre alt. Der Universitätschor begleitet gemeinsam mit dem Chor der Oper Leipzig den offiziellen Festakt im Paulinum (Aula/Universitätskirche St. Pauli) in Anwesenheit des Bundespräsidenten und vieler Gäste des akademischen und politischen Lebens und gibt  am Abend ein zusätzliches öffentliches Festkonzert. Anlässlich des Jubiläums wurde die Komposition „Memoriam – Tempo e Tempi“ bei Bernd Franke in Auftrag gegeben. Sie erklingt gemeinsam mit der Sinfonie-Kantate „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Neben den Jubiläumsfeierlichkeiten gestaltet der Chor zwei Universitätsgottesdienste an den ersten beiden Adventssonntagen, bei denen die Kantaten „Schwingt freudig euch empor“ BWV 36 Teil B und „Nun komm der Heiden Heiland“ BWV 61 aufgeführt werden. Der erste Gottesdienst im neuen Paulinum löst regen Andrang aus und wird auch auf den Augustusplatz übertragen. Die Kantaten IV bis VI des Weihnachtsoratoriums am 15. Dezember 2009 in der Peterskirche runden das Jubiläumsjahr ab. Am Heiligen Abend singen aktive und ehemalige Chormitglieder gemeinsam in der Nikolaikirche zur Christvesper.

2010

Das Jahr beginnt mit einem Benefizkonzert für die Opfer des Erdbebens in Haiti, das am 02. Februar 2010 gemeinsam mit dem Thomanerchor in der Thomaskirche stattfindet. Dort erklingen Teile aus dem „Stabat Mater“ von Antonin Dvorak und „Dona nobis pacem“ aus der h-Moll-Messe von J.S.Bach. Das Wintersemester endet mit dem Semesterabschlussgottesdienst am 04. Februar 2010 in der Nikolaikirche. Mit Antonín Dvořáks „Stabat Mater“ wird bereits am 30. März das Sommersemester eingeleitet. Zum Bachfest ist der Chor am 16. Juni in der Nikolaikirche mit zwei Motetten des gefeierten Thomaskantors (Lobet den Herrn, alle Heiden BWV 230 und Fürchte dich nicht BWV 228) sowie Werken von Johannes Brahms (Kyrie WoO 17, Missa canonica WoO18 und die Motette Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen op. 74 Nr. 1) vertreten. Der Chor wird unterstützt vom Pauliner Barockensemble und Universitätsorganist Daniel Beilschmidt. Ebenfalls im Rahmen des Bachfestes gestaltet der Chor den Universitätsgottesdienst am 20. Juni. Das Konzertprogramm des Bachfests singt der Chor erneut Ende Juni für die Teilnehmer einer internationalen Medizinertagung in der Thomaskirche sowie am 4. Juli in Bachs Taufkirche in Eisenach.

Höhepunkt des Jahres ist eine Konzertreise ins Baltikum: Vom 16. bis zum 22. September durchqueren rund 60 Sänger Lettland und Litauen und geben fünf Konzerte, unter anderem in Riga und Vilnius. Auf dem Programm stehen erneut die Werke des Bachfests, ergänzt durch Jazzimprovisationen und Orgelstücke von David Timm und Max Reger sowie Teile der Jazzmesse des Universitätsmusikdirektors. Hierfür reiste dessen Duopartner Reiko Brockelt am Saxophon mit. Die Reise ist Teil eines Austauschs mit dem Rigaer Universitätschor JUVENTUS, der den Leipzigern einen herzlichen Empfang bereitet. In Klaipeda singt der LUC dem Denkmal des „Ännchen von Tharau“ in Klaipeda ein Ständchen. Wenige Tage nach der Reise schließt sich vom 29. September bis 3. Oktober das Chorlager auf Schloss Mansfeld an. Vorbereitet werden das deutsche Requiem von Brahms sowie Robert Schumanns „Zigeunerleben“. Erste Ergebnisse gibt es am 13. Oktober zur feierlichen Immatrikulation im Gewandhaus zu hören. Das Jahr geht mit einer Vielzahl an Konzerten zu Ende: Nach dem Reformationsgottesdienst in der Nikolaikirche am 31. Oktober folgt am 21. November das Brahms-Requiem in der Peterskirche. Eine Woche später singt der Chor erneut in der Nikolaikirche sowie in Fuchshain bei Leipzig Weihnachtskantaten von Georg Philipp Telemann, Christian August Jacobi und Johann Sebastian Bach. Die Kantaten I-III des Bachschen Weihnachtsoratoriums am 14. Dezember und die traditionelle Christvesper an Heiligabend in der Nikolaikirche beschließen das ereignisreiche Jahr.

2011

Nachdem 2010 das „Stabat Mater“ von Dvořak den üblichen Turnus unterbrochen hatte, bereitet der Leipziger Universitätschor das Osterfest 2011 wieder mit der Bach‘schen Matthäuspassion vor. Der Bezug zu Tschechien ist damit keineswegs beendet: Ein Besuch des befreundeten Chors der Karlsuniversität Prag steht an. Die Gastgeber bieten im Mai „Komm, Jesu, komm“ sowohl als Bach-Motette als auch in David Timms Bearbeitung für Jazzensemble und Chor. Die Prager stellen Musik tschechischer Komponisten vor. Neben „Biblischen Liedern“ von Antonín Dvořak singen sie Werke von Bohuslav Matěj Černohorský, dem größten Meister des tschechischen Barock, und Kryštof Harant. Abschließend führen die beiden Chöre zwei Stücke gemeinsam auf: das „Pater Noster“ von Zdeněk Lukáš und Josef Rheinbergers „Abendlied“. Mit einem Grillfest vor der Peterskirche werden die tschechischen Gäste bis zum Gegenbesuch im Herbst verabschiedet. Die beiden Versionen von „Komm, Jesu, komm“ bilden auch den Anfang eines Benefizkonzerts anlässlich der 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft zugunsten der Deutschen Diabetes-Stiftung. Ausschnitte aus der h-Moll Messe, Orgelvariationen aus der Feder von Franz Liszt und Teile von David Timms Jazzmesse ergänzen das Programm. Die epochenübergreifende Genrevielfalt greift die Überschrift des Diabetiker-Kongresses, „Perspektiven Leipzig 2011“, auf.
Mendelssohns „Singt dem Herrn ein neues Lied“ studiert der Chor für die Gestaltung des Universitätsgottesdienstes zum Trinitatisfest sowie für die Motette in der Thomaskirche am 1. Juli ein. Damit verabschiedet sich der Chor in die Semesterpause.

Die Jazzmesse aus der Feder von David Timm erlebt auf einer fünftägigen Konzertreise durch Tschechien ihre erfolgreiche Uraufführung. Damit wird das Stück jedoch nicht ad acta gelegt, sondern um ein Orchesterarrangement erweitert. Zunächst begleitet den Chor das Universitätsorchester bei der Immatrikulationsfeier der Universität Leipzig. Ihre erste vollständige Aufführung im Gewandhaus erfährt die Jazzmesse am 21. Oktober 2011. Diesmal musiziert der Chor mit dem Landesjugendorchester Sachsen zusammen. Die jungen Musiker beeindrucken durch ihr hohes Niveau und finden in frischer Begeisterung für die Musik schnell mit den nur wenig älteren Sängern zusammen. Die Jazzsänger Matthias Knoche und Tanja Pannier übernehmen solistische Parts der Messe; Reiko Brockelt spielt die Saxofonsoli. Jazzige Bachbearbeitungen für Orchester sowie die Motette „Komm, Jesu, komm“ a cappella ergänzen das Konzert. Mit diesem Programm reisen Chor und Orchester anschließend durch Sachsen. Am 22. Oktober geben sie ein Konzert im Görlitzer Theater, am Tag darauf in der Dresdner Kreuzkirche. Zum Dies Academicus am 2. Dezember bekommt der Chor wieder einen neuen Spielpartner: Zur Jazznacht im neu eröffneten Audimax übernimmt die Unibigband die Begleitung, als abermals Ausschnitte aus der Jazzmesse gegeben werden. Doch auch nur mit Orgel und Rhythmusgruppe hat das Stück seinen eigenen Reiz. In dieser Besetzung bereichert der Universitätschor Gottesdienste in Nikolai- und Thomaskirche. Über ihre Kapazitäten hinaus ist die Nikolaikirche zum Reformationsgottesdienst gefüllt, als Margot Käßmann die Predigt hält. Das Credo der Jazzmesse nimmt der Chor noch einmal zum Semesterabschlussgottesdienst am 2. Februar auf. Den Universitätsgottesdienst zum 1. Advent gestaltet er mit der Kantate BWV 62, „Nun komm, der Heiden Heiland“.
Advents- und Weihnachtskantaten von Johann Sebastian Bach gibt es auch am 13. Dezember im alljährlichen Adventskonzert des Universitätschors zu hören, nachdem die h-Moll Messe den Höhepunkt des Herbstes gebildet hat. Zum Totensonntag führt der Chor sie zusammen mit dem Pauliner Barockensemble in der Thomaskirche auf.

2012

Das Sommersemester leitet im April traditionell eine Passion Johann Sebastian Bachs ein, dieses Jahr nach dem Evangelisten Johannes. Nach der kleinen Gedenkfeier zum Todestag des verstorbenen Universitätsmusikdirektors Wolfgang Unger und der konzertanten Aufführung des dritten Akts von Richard Wagners „Götterdämmerung“ durch die Herren des Universitätschores anlässlich des 199. Geburtstags des Komponisten leistet der Partnerchor aus Olmütz Ende Mai seinen Gegenbesuch. Nachdem die tschechischen Studenten die Freitagsmotette in der Thomaskirche gestaltet haben, treffen sich beide Chöre zum gemeinsamen Grillen. Die Gedenkversanstaltung zum Jahrestag der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli am 30. Mai umrahmt der Leipziger Universitätschor a cappella mit Musik von Johann Sebastian Bach. Ein besonderer Höhepunkt folgt im Juni: Im Jahr des 800-jährigen Jubiläums der Thomana eröffnet der Leipziger Universitätschor gemeinsam mit dem Thomanerchor das Bachfest Leipzig. Bei einem weiteren Bachfest-Konzert mit dem Pauliner Barockensemble stehen Festmusiken zu Leipziger Universitätsfeiern von Bach und seinem Amtsnachfolger Hiller auf dem Programm. Es folgen ein Universitätsgottesdienst - der dritte Auftritt des Chores zum Bachfest 2012 - und zwei Aufführungen der Jazzmesse von David Timm: In Halle beim Treffen der mitteldeutschen Universitätschöre aus Halle, Jena und Leipzig und in Bochum bei einem Gastauftritt an der dortigen Universität. Zum Abschluss des Sommersemesters wird die Jazzmesse auf CD aufgenommen.  Schneller als erwartet waren alle Messteile „im Kasten“. Nach den Aufnahmen für die Jazzmesse kommt das alljährliche Gefühl auf, dass es noch sehr lange dauern würde bis zum nächsten gemeinsamen Singen.

Das neue musikalische Universitätsjahr beginnt im Oktober traditionell im Chorlager Mansfeld mit den Vorbereitungen auf das Duruflé-Requiem. Im Mansfelder Land sind die Luft und die Stimmung so gut, dass man die ganze Zeit einatmen kann, sodass der Atem bis zum nächsten Herbst reicht. Zurück in Leipzig steht der Universitätschor für die Immatrikulationsfeier noch einmal mit den Thomanern auf der Bühne und schmettert Reger, dass die neuen Studenten beim Festakt aus den Gewandhaussesseln rutschen. In der Thomaskirche wird wieder zum ökumenischen Semesteranfangsgottesdienst musiziert. Es erklingen Bruckners „Locus iste“, das Kyrie aus dem Duruflé-Reqiuem und Gemeindelieder. Zu einem besonderen Gottesdienst der Religionspädagogik sind wir als  Universitätschor in die Nikolaikirche eingeladen, um den Gottesdienst musikalisch mit Teilen des Duruflé-Requiems und Gemeindeliedern zu begleiten. Der Höhepunkt des laufenden Wintersemesters ist am Ewigkeitssonntag das Requiem von Maurice Duruflé in der Peterskirche zu Leipzig. Der Chor wird begleitet vom Mendelssohnorchester Leipzig; außerdem sing die Sopranistin Viktorija Kaminskaite „Vier letzte Lieder“ von Richard Strauss. In der Adventszeit und in Vorbereitung auf Weihnachten geben die Choristen unter der Leitung von David Timm ein Benefizkonzert für das Bärenherz Kinderhospiz Bärenherz e. V. in der Peterskirche. Der Chor tritt abwechselnd mit dem David-Timm-Jazzquartett auf und singt unter anderem Werke von Johann Eccard, Andreas Hammerschmidt, Bach und Reger. Nach nur wenig Probenzeit musiziert der Universitätschor die Kantaten 4-6 aus Bachs Weihnachtsoratorium festlich in der Peterskirche und verabschiedet sich von einem randvollen Jahr unimusikalischer Freuden mit einem selbstinszenierten Krippenspiel während der Weihnachtsfeier.

2013

Die Vorfreude ist groß, die Zeit knapp: Wir fahren Anfang März nach Rom, lassen uns verzaubern und singen engelsgleich im Petersdom, in Roms Kirchen und in Palestrina mit einem befreundeten italienischen Chor. Zur Passion erklingen Szymanowskis und Verdis „Stabat Mater“ sowie zwei Kantaten von Bach in der Peterskirche. Das Sommersemester besteht zunächst aus Wagner, Wagner, Wagner, Beethovens 9., Wagner, Wagner, Richard Wagner: Der Chor wirkt bei der aufwändigen Inszenierung der „Götterdämmerung“ mit, die das Wagnerjubiläum ziert und am 200. Geburtstag des Komponisten im Audimax der Universität zur Aufführung kommt. Das Händelfest fällt durch die Elbefluten ins Wasser und der Leipziger Universitätschor fährt nicht nach Halle. Dafür aber zu einer kurzen und wunderschönen Konzertreise nach Norddeutschland. Die Insel Rügen und das Bad Doberaner Münster beben durch die Jazzmesse und das begeisterte Publikum schwebt zudem in zarten Mendelssohntönen. Zum Abschluss des Sommersemesters gibt es ein gemeinsames Grillen.

Am 25. September findet die Trauerfeier des ehemaligen Universitätsmusikdirektors Hans-Joachim Rotzsch statt. Eine kleine Gruppe aus dem Universitätschor singt Bach-Choräle zur Beisetzung auf dem Südfriedhof. Im Wagner-Jubiläumsjahr stehen auch zur Immatrikulationsfeier wieder Werke des großen Leipzigers auf dem Programm: zusammen mit dem Chor der Masaryk Universität Brünn singen wir „Wacht auf! Es nahet gen den Tag“ aus „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie „Gaudeamus igitur“ für Chor und Jazzband von David Timm. Aber nicht nur Richard Wagners, sondern auch an Giuseppe Verdis 200. Geburtstages kann in diesem Jahr gedacht werden. Verdis „Messa da Requiem“ führen wir am Ewigkeitssonntag, den 24. November mit Unterstützung einiger ehemaliger Chormitglieder in der Thomaskirche auf. Die Generalprobe verschafft uns ein ganz besonderes Erlebnis: Der Wunsch nach mehr Licht führt ungewollt dazu, dass es für circa zehn Minuten gar keines mehr gibt und wir in der stockfinsteren Thomaskirche stehen. Kurzerhand gibt David Timm dem Chor und dem Orchester einen akustischen Einsatz zum Eingangschor des „Dies irae“ und es zeigt sich, dass es auch auswendig geht; mit Gänsehauteffekt. Am 2. Dezember wirken wir an einem Adventskonzert zum Dies Academicus der Universität Leipzig im Auditorium Maximum mit. Neben Schütz‘ „Deutschem Magnificat“ stehen Werke von Bruckner, Hammerschmidt, Reger, Weismann, Eccard, Rachmaninow und Ausschnitte aus der Jazzmesse von David Timm auf dem Programm. Das Chorjahr schließt mit den Kantaten 1-3 aus Bachs Weihnachtsoratorium am 10. Dezember in der Peterskirche und der traditionellen Christvesper an Heiligabend in der Nikolaikirche.

2014

Den ersten Auftritt des Jahres 2014 beschert uns eine Anfrage zur musikalischen Mitwirkung am Festakt für Prof. Christoph Wolff im Festsaal des Alten Rathauses anlässlich der Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Leipzig und seiner Verabschiedung aus dem Amt des Direktors des Bach-Archivs Leipzigs am 19. Februar. Wir führen Georg Christoph Billers „Mit Fried und Freud“, Mendelssohns „Singet dem Herrn ein neues Lied“ und Schütz‘ „Meine Seele erhebt den Herren“ auf. Der Festakt schließt mit dem Choral „So wandelt froh auf Gottes Wegen“ aus BWV 197. Es dirigiert uns Sir John Eliot Gardiner. Beim sich anschließendem Empfang in der Alten Handelsbörse haben wir die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen mit John Eliot Gardiner, Ton Koopman, Hermann Max oder Robert D. Levin. Die Passionszeit begehen wir musikalisch am 15. April mit Bachs Matthäuspassion in der Peterskirche. An Richard Wagners 201. Geburtstag, am 22. Mai, wirken wir an der Aufführung der 1845er Urfassung des dritten Aktes des Tannhäusers in im Rahmen der Wagner Festtage 2014 in der Evangelisch Reformierten Kirche zu Leipzig mit. Es folgen das traditionelle Gedenken an die Sprengung der Leipziger Universitätskirche St. Pauli am 30. Mai und ein Konzert während des Deutschen Evangelischen Chorfestes am 28. Juni (Bach-Kantate BWV 21 „Ich hatte viel Bekümmernis“ und Jazzmesse von David Timm). Wir beenden das Sommersemester mit den Motetten in der Thomaskirche am 4. und 5. Juli mit Johann Sebastian Bachs „Jesu, meine Freude“ und Heinrich Schütz‘ „Herr, wenn ich nur dich habe“ und einem anschließenden Semesterabschlussgrillen im Johannapark.

Das Wintersemester startet mit der Immatrikulationsfeier am 15. Oktober mit dem Eingangschor aus Bachs BWV 110 „Unser Mund sei voll Lachens“ und Johannes Brahms‘ „Denn alles Fleisch es ist wie Gras“ aus „Ein Deutsches Requiem“. Für den 18. und 19. Oktober sind die Männer unseres Chores vom Mitteldeutschen Rundfunk zu zwei Konzerten gemeinsam mit dem MDR Sinfonieorchester und dem MDR Rundfunkchor geladen. Unter der Leitung von Chefdirigent Kristjan Järvi führen wir Jean Sibelius‘ sinfonische Dichtung „Kullervo“ in der Magdeburger Johanniskirche und am Folgetag im Leipziger Gewandhaus auf. Zum Ewigkeitssonntag am 23. November erklingt das Mozart-Requiem in der Peterskirche. Anfang Dezember gestalten wir die musikalischen Rahmenprogramme zur Altargrundsteinlegung im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli (2. Dezember) und zur Einweihung des Deckengemäldes von Ben Willikens im Museum der bildenden Künste (4. Dezember). Unser Adventskonzert in der Peterskirche am 16. Dezember gestalten wir mit den Bachschen Advents- und Weihnachtskantaten „Herr Christ, der einge Gottessohn“ BWV 96, „Unser Mund sei voll Lachens“ BWV 110, „Gloria in excelsis Deo“ BWV 191 und dem Sanctus aus der Messe h-Moll BWV 232.

2015

Die Johannespassion von Johann Sebastian Bach steht im Passionskonzert am 31. April in der Peterskirche auf dem Programm. Doch zuvor gestalten wir am 5. Februar den Semesterabschlussgottesdienst in St. Nikolai musikalisch aus. Hier erklingt unter anderem Heinrich Schütz‘ „Deutsches Magnificat“ SWV 494. Im Anschluss gilt es das zehnjährige Dienstjubiläum von Universitätsmusikdirektor David Timm zu begehen. Am 24. März wird Professor Martin Petzoldt auf dem Südfriedhof beigesetzt. Eine kleine Auswahl unseres Chores singt hierzu Bach-Choräle. Anfang Mai eröffnet die neue katholische Kirche St. Trinitatis gegenüber dem Neuen Rathaus Leipzig. Musikalisch wird sie durch die „Nacht der Chöre“ eingeweiht, zu welcher u. a. der Leipziger Universitätschor, der MDR Rundfunkchor und der Thomanerchor geladen sind. Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Paulus“ singen wir als Eröffnungskonzert des Festivals „Leipziger Romantik“ am 15. Mai in der Thomaskirche. Innerhalb des Bach-Festes Leipzig gestalten wir am 20. Juni das Konzert „Leipziger Huldigungsmusiken“ mit den Bach-Kantaten „Schleicht, spielende Wellen“ BWV 206, „Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!“ BWV 214 und „Vereinigte Zwietracht“ BWV 207. Das Sommersemester beschließen wir mit einer Konzertreise nach Mecklenburg. Im Dom zu Schwerin (11. Juli) und in St. Marien zu Parchim (12. Juli) erklingen A-cappella-Werke von Mendelssohn Bartholdy, Schütz, Brumel, Reger, Distler, Schubert, Timm, Weismann, Brahms und Isaac.

Zur Immatrikulationsfeier im Gewandhaus führen wir, neben der Komposition „1000 Jahre und kein Dom“ von David Timm, Ausschnitte aus Brahms Motette „Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen“ op. 74.1 auf. Die gesamte Brahms-Motette singt der Chor am 15. November zur Zentralen Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag im Plenarsaal des Deutschen Bundestages. Per Live-Übertragung der Veranstaltung durch das ZDF sind wir in allen deutschsprachigen Wohnzimmern erlebbar. Beim sich anschließendem Empfang im Foyer des Bundestages werden wir vom Bundespräsidenten Joachim Gauck begrüßt und haben Gelegenheit einige Worte zu wechseln. „Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen“ ist beim Konzert in der Leipziger Peterskirche am Ewigkeitssonntag, 22. November, dem „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms vorangestellt. Am 15. Dezember sind die Kantaten 4 - 6 des Bach’schen Weihnachtsoratoriums in der Peterskirche zu hören. Auch in diesem Jahr schließt sich hieran direkt die Weihnachtsfeier des Chores an.

2016

Im Zentrum des Jahres 2016 steht Max Reger, der vor 100 Jahren am 11. Mai in Leipzig verstarb. So erklingt zum Semesterabschlussgottesdienst am 4. Februar bereits ein Ausschnitt aus dem zweiten Teil des 100. Psalm von Reger, „Erkennet, dass der Herr Gott ist!“, mit Orgelbegleitung. Doch steht zum Passionskonzert am 22. April zunächst Antonín Dvořáks „Stabat mater“ in der Peterskirche auf dem Programm, dessen 175. Geburtstag damit gewürdigt wird. Im Zentrum der Reger Festtage der Stadt Leipzig steht das große Festkonzert zum 100. Todestag Max Regers, dem 11. Mai, in der Thomaskirche zu Leipzig. Unter der Leitung von David Timm erklingt Regers klanggewaltige und in jeder Hinsicht opulente Vertonung des 100. Psalms op. 106 in der Originalfassung. Reger wünschte, dass die Hörer „nachher als ‚Relief‘ an der Wand kleben; ich will, daß der Psalm eine niederschmetternde Wirkung bekommt!“. Der Leipziger Universitätschor, verstärkt durch viele ehemalige Mitglieder, wird begleitet vom MDR Sinfonieorchester. Die Musikerinnen und Musiker spielen zuvor die „Variationen und Fuge auf ein Thema von Hiller“. Der Thomanerchor Leipzig eröffnet unter Gotthold Schwarz das Festkonzert mit Regers „Der Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit“, dem letzten Werk, mit dem sich Max Reger im Zimmer des Leipziger Hotels Hentschel beschäftigte, bevor er dort am Morgen des 11. Mai 1916 starb. Die Gesamtleitung des Konzerts liegt bei David Timm, Amtsnachfolger Regers als Leipziger Universitätsmusikdirektor und Künstlerischer Leiter der Max-Reger-Festtage. Regers 100. Psalm findet auch Eingang in das kulturelle Rahmenprogramm des 100. Deutschen Katholikentages. Am 26. Mai finden zwei Aufführungen unter Leitung und mit Erklärungen David Timms in der Thomaskirche statt. Begleitet wird der Chor diesmal durch das Mendelssohnorchester Leipzig. Etwa zwei Wochen später, am 10. Juni, eröffnet der Leipziger Universitätschor gemeinsam mit dem Thomanerchor Leipzig und dem Gewandhausorchester Leipzig das Bachfest Leipzig mit einem Konzert in der Thomaskirche unter Leitung des kurz zuvor ernannten Thomaskantors Gotthold Schwarz mit Max Regers Fragment des Lateinischen Requiems. Das Konzert wird auf Deutschlandradio Kultur übertragen.

Der Leipziger Universitätschor gestaltet im Rahmen des Bachfests Leipzig während des am 18. Juni erstmalig stattfindenden Kantaten-Tags noch zwei weitere Konzerte. Gemeinsam mit dem Pauliner Barockensemble führen wir Bachs Kantaten „Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe“ BWV 25, „Erforsche mich, Gott, und erfahre meine Herz“ BWV 136, „Warum betrübst du dich, mein Herz“ BWV 138 und „Siehe zu, dass deine Gottesfurcht“ BWV 179 in der Nikolaikirche auf. Die Generalprobe am Vorabend fällt direkt auf den Gründungszeitpunkt vor 90 Jahren. Dieses Jubiläum wird am Abend des 18. Juni mit vielen ehemaligen und aktuellen Sängern des Chores gefeiert. Auch der ehemalige Universitätsmusikdirektor Max Pommer ist der Einladung zum Jubiläum gefolgt. Schon am Folgetag ist der Chor ein weiteres Mal mit einer Bach-Kantate, „Erhöhtes Fleisch und Blut“ BWV 173, im Universitätsgottesdienst in der Nikolaikirche, ebenfalls eingebettet in das Bachfest, zu hören, bevor es in die Sommerpause geht. Das Wintersemester beginnt für den Leipziger Universitätschor traditionell mit der Immatrikulationsfeier. Am 12. Oktober singen wir im Gewandhaus Robert Schumanns „Zigeunerleben“ op. 29.3 und „unzeitraffer“ aus der Feder von David Timm, jeweils begleitet durch das Leipziger Universitätsorchester unter Leitung von David Timm. Johann Sebastian Bachs Hohe Messe h-Moll BWV 232 stimmen wir am 19. November, dem Vorabend des Ewigkeitssonntags, in der Leipziger Thomaskirche an; und mit Bach beschließen wir das Jahr 2016 auch: Am 20. Dezember erklingen die Kantaten 1-3 des Weihnachtsoratoriums.

2017

Voller Energie startete der Leipziger Universitätschor in das Jahr 2017, welches zahlreiche und vielseitige Konzerte bereithielt. Der Januar begann im Gewandhaus zu Leipzig: Unter der Leitung des britischen Gastdirigenten Stefan Asbury wurde auf Einladung des MDR-Sinfonieorchesters am 21. Januar Charles Ives‘ 4. Sinfonie aufgeführt, wobei ein Großteil des Chores mitwirkte. Charles Ives, radikaler Erneuerer der amerikanischen Musik, integrierte in seinem sinfonischen Klangkosmos alle ihm bekannte Musikstile – Klassiker wie Volksmusik. Anfang Februar stand der Semesterabschlussgottesdienst bevor. Am 02. Februar bereicherte der Leipziger Universitätschor den Gottesdienst mit den Stücken „Verleih uns Frieden“ von Heinrich Schütz und „Mitten wir im Leben sind“ von Johann Walter. Nach einer kurzen Pause läutete der Leipziger Universitätschor mit einem Chorlager in Kretzschau Anfang April das Sommersemester ein. Dort wurde die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach geprobt, die unser Publikum am 11. April in einem wunderbaren Konzert in der Leipziger Peterskirche erleben konnte.

Das nächste große Konzert des Leipziger Universitätschores folgte am 26. Mai: am Himmelfahrtswochenende wurde Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Paulus“ in der Leipziger Nikolaikirche im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentages zum 500. Jubiläum der Reformation aufgeführt. Wenige Tage später sangen wir während der Gedenkveranstaltung zum 49. Jahrestag der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli am 30. Mai Bachchoräle an der Etzoldschen Sandgrube, wo einst die Trümmer der gesprengten Universitätskirche verschüttet worden waren. Im Juni waren wir wieder zu Gast beim Leipziger Bachfest. Am 11. Juni führte der Leipziger Universitätschor im Universitätsgottesdienst die Bachkantate BWV 69a „Lobe den Herrn, meine Seele“ in der Nikolaikirche Leipzig auf; eine Woche später wurden die Bachkantaten BWV 33 „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ und BWV 78 „Jesu, der du meine Seele“ in der Evangelisch Reformierten Kirche zu Leipzig musiziert.

Nach den Sommerferien fand endlich die lang ersehnte Chorreise nach Israel und in die palästinensischen Autonomiegebiete statt. Dazu trafen sich die Chormitglieder zunächst zu einer intensiven Probenwoche in der Universität Leipzig. Dieser Kulturaustausch konnte nur dank der großzügigen Unterstützerinnen und Unterstützer stattfinden, bei denen sich alle Mitreisenden des Leipziger Universitätschores herzlich bedanken. Vom 02. bis 09. September erlebten wir eine bereichernde und unvergessliche Reise mit vielen interessanten Erlebnissen, tollen Konzerten und neuen Bekanntschaften. Am 17. September wirkte der Leipziger Universitätschor im Konzert des MDR-Sinfonieorchesters unter der Leitung des estnischen Dirigenten Kristjan Järvi bei den Sinfonien und Suiten aus Jean Sibelius‘ „The Tempest“ („Der Sturm“) mit. Peter Korfmacher schrieb dazu in seiner Rezension: „Fabelhaft: Falk Hoffmann, Albrecht Sack vom MDR-Chor als versoffenes Rüpel-Trio Caliban, Trinculo und Stephano und der von David Timm präparierte Leipziger Universitätschor, der betörenden Vokalisen-Zauber beisteuert.“ Kurz vor Beginn des neuen Semesters ging es für den Leipziger Universitätschor ein zweites Mal ins Chorlager auf Schloss Mansfeld, wo vom 29. September bis 03. Oktober das kommende Herbstrepertoire einstudiert wurde - darunter David Timms „Jazzmesse“, Anton Bruckners „Te Deum“, die Bachkantaten BWV 7/ 69a und 225, Henry Purcells „Trauermusik für die Königin Maria“ sowie Werke von Johann Walter und Max Reger. Das konzertreiche Wintersemester 2017/18 begann mit einem Beitrag zur Immatrikulationsfeier am 11. Oktober, wobei wir u. a. „Singet dem Herrn“ aus der gleichnamigen Motette von J. S. Bach BWV 225 präsentierten. Am 20. Oktober folgten wir einer Einladung nach Jena, wo sich die Chöre der Universitäten Halle, Jena und Leipzig in der Jenaer Stadtkirche St. Michael als mitteldeutsches Universitätschor-Cluster zusammenfanden und jeder Chor ein interessantes Programm vorstellte. Der Leipziger Universitätschor wartete mit Stücken von Max Reger, Johann Sebastian Bach und Johann Walter auf. Bereits eine Woche später ging es für uns erneut nach Thüringen, wo wir zusammen mit dem Pauliner Barockensemble das Bachfest Eisenach eröffnete. Am 27. Oktober musizierten wir die Kantaten BWV 7 „Christ unser Herr zum Jordan kam“ und BWV 69a „Lobe den Herrn, meine Seele“ sowie David Timms „Jazzmesse“.

Ende November, am 26. November, fand unser alljährliches Ewigkeitssonntagskonzert in der Peterskirche Leipzig statt. Dieses Jahr führten wir zusammen mit dem Pauliner Barockensemble Johann Walters „Mitten wir im Leben sind“, die Bachkantaten BWV 78 „Jesu, der du meine Seele“ und BWV 25 „Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe“ sowie Henry Purcells Trauermarsch Z 860 „Music fort he Funeral of Queen Mary“ auf. Dies sollte unser vorerst letztes Konzert in der Peterskirche Leipzig sein, weshalb wir anschließend während eines gemeinsamen Buffets unseren Partnern der Kirche sowie allen Förderern unserer Israel-Reise dankten. Mit einer Diashow, bestehend aus Fotos der Reise, nahmen wir schweren Herzens Abschied von der Peterskirche Leipzig als einem unserer wichtigsten Konzertorte. Eine Woche später stand eines der wichtigsten Ereignisse des Jahres bevor: die X. Leipziger Universitätsmusiktage vom 1. bis 7. Dezember begannen mit der Eröffnung des Paulinums – Aula/ Universitätskirche Sankt Pauli. Der 1. Dezember bestand für den Leipziger Universitätschor aus dem morgendlichen Festakt, an dem geladene Gäste der Universität Leipzig teilnahmen und zum ersten Mal die Orgeln für diesen offiziellen Anlass erklingen durften. Der MDR-Chor unterstützte tatkräftig den Leipziger Universitätschor bei Anton Bruckners „Te Deum“. Am Abend fand das Festkonzert statt, bei welchem erneut das opulente „Te Deum“ sowie Werke von Johann Sebastian Bach und David Timm erklangen - ebenfalls mit Unterstützung des MDR-Chores, welcher zudem mit Anton Bruckners „Locus Iste“ unsere neue Kirche besang. Am 1. Adventssonntag fand der Einweihungsgottesdienst als Fernsehgottesdienst des MDR statt, bei welchem die Orgeln, der Ambo, der Taufstein und der Altar geweiht und in Dienst genommen wurden. Nun konnte das Paulinum – Aula/ Universitätskirche Sankt Pauli mit einer Schola unter der Leitung Maria Küstners und einer Universitätskantorei unter der Leitung David Timms aufwarten. Auch Universitätsorganist Daniel Beilschmidt, die LeipzigBigBand, das Leipziger Universitätsorchester und die Unibigband waren maßgeblich am Programm der X. Universitätsmusiktage beteiligt.
Zum Abschluss des Jahres stand das Bachsche Weihnachtsoratorium auf dem Programm. In diesem Jahr führte der Leipziger Universitätschor die Kantaten I-III sogar gleich drei Mal auf: am 17. Dezember nachmittags und abends sowie am 19. Dezember.

2018

Das Jahr 2018 sollte für den Leipziger Universitätschor eine Zeit voller spannender Konzerte und vieler gemeinsamer Erlebnisse werden. Bereits nach dem ersten Semesterabschlussgottesdienst im neu erbauten Paulinum - Aula/Universitätskirche St. Pauli am 1. Februar, wo der Chor den 100. Psalm von Heinrich Schütz darbot, konnte sich eine kleine freiwillige Besetzung von Sängerinnen und Sängern, die sich eine lange Semesterpause ohne Choraktivitäten nicht vorstellen konnte, für ein A-cappella-Konzert zusammenfinden. Bei diesem waren am 8. März u. a. Stücke wie „Mitten wir im Leben sind“ von Johann Walter oder „Ubi caritas“ von Maurice Duruflé in der Leipziger Thomaskirche zu hören. Die offizielle Chorsaison startete am Palmsonntag, den 25. März, als die „Markuspassion“ (BWV 247) von Bach zusammen mit der Evangelienmusik von Volker Bräutigam sowie Bachs „Trauerode“ BWV 198 im Paulinum - Aula/Universitätskirche St. Pauli erklangen.

Ein weiterer Höhepunkt in diesen neuen Räumlichkeiten wartete am 30. Mai auf den Leipziger Universitätschor. Bereits wenige Monate nach der feierlichen Eröffnung des Paulinum - Aula/Universitätskirche St. Pauli wurde der Gedenktag anlässlich den „50 Jahre Sprengung der Unikirche“ begangen. Mit einem Programm bestehend aus dem „Präludium, Kyrie, Sanctus“ von Bengt Hambraeus, den „3 Seligpreisungen“ von Volker Bräutigam und der Uraufführung Daniel Beilschmidts Werk „Visionen“ wurde dem grausamen Ereignis von 1968 gedacht und sich gleichzeitig darüber gefreut, dass dieses Konzert bereits in der wieder aufgebauten Kirche stattfinden konnte. Im Sommer stand schließlich wieder das Bachfest auf dem Konzertplan, wobei der Leipziger Universitätschor im Rahmen des Kantaten-Rings-Plus die Bachkantaten BWV 198 „Trauerode“, BWV 131 „Aus der Tiefen, rufe ich, Herr, zu dir“ und BWV 106 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ in jeweils einem Konzert am 9. und 10. Juni im Paulinum - Aula/Universitätskirche St. Pauli aufführen durfte.

Wenige Wochen später führte eine Konzertreise die Musikerinnen und Musiker vom 4. bis 9. Juli nach Lübeck und Helgoland. Neben eigens für den Aufenthalt an der Küste einstudierten Kompositionen wie „Vineta“ von Brahms und „Mein Schifflein lief im wilden Meer“ von Johann Hermann Schein wurden auch einige der bereits in diesem Semester gesungenen Stücke in den Koffer gepackt. Diese wurden dem Publikum u.a. in Konzerten im Lübecker St. Marien-Dom und der Helgoländer Kirche präsentiert. Der Start in die neue Saison hielt wie jedes Jahr eine Fahrt ins Chorlager nach Mansfeld bereit, welches diesmal der ausführlichen Einstudierung des Requiems von Verdi diente. Vom 26. bis 30. September verbrachte der Chor auf dem schönen Schloss im Harzer Vorland eine Zeit intensiven Arbeitens und geselligen Beisammenseins. Eine erste Kostprobe der langen Probenarbeit wurde mit dem „Sanctus“ des Verdi-Requiems in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Universitätsorchester sowie mit der erneuten Aufführung Bräutigams „Seligpreisungen“ bei der Immatrikulationsfeier am 17. Oktober zur Begrüßung der neuen Studierenden gegeben. Am 24. November kam schließlich die gesamte „Missa da requiem“ von Giuseppe Verdi zur Aufführung. Für das Konzert in der Leipziger Thomaskirche reisten zusätzlich viele ehemalige Mitglieder des LUC an, um den Chor mit ihren Stimmen zu unterstützen. Zum Abschluss des Jahres folgte eine besinnliche Adventszeit mit einem Ausflug nach Lubast, wo eine kleine Besetzung von Sängerinnen und Sängern am 9. Dezember gemeinsam mit Carolin Masur einen Adventsnachmittag musikalisch ausgestaltete. Auch das Weihnachtsoratorium von Bach – diesmal mit den Kantaten IV bis VI, durfte nicht fehlen, um alle Zuhörerinnen und Zuhörer in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Damit verabschiedete sich der Leipziger Universitätschor mit einem Konzert am 16. Dezember im Paulinum - Aula/Universitätskirche St. Pauli in die Weihnachtsferien.

2019

Im Jahr 2019 erwartete den Leipziger Universitätschor erneut eine Vielzahl spannender musikalischer Projekte. Der erste Auftritt umfasste die Mitwirkung der Sängerinnen und Sänger beim Semesterabschlussgottesdienst am 7. Februar im Paulinum – Aula/Universitätskirche St. Pauli, wobei Auszüge aus Bachs Motette BWV 227 „Jesu, meine Freude“ erklangen. Das gesamte Werk war einige Wochen später in der Leipziger Thomaskirche zu hören. Dafür fand sich in der vorlesungsfreien Zeit eine freiwillige Chorbesetzung zusammen, um am 21. März gemeinsam mit der LeipzigBigband das Konzert zum 334. Geburtstag von Johann Sebastian Bach zu gestalten. Zu Beginn des Sommersemesters ging es mit großen Schritten auf Ostern und somit auf die nächste Passion zu. In diesem Jahr widmete sich der Leipziger Universitätschor der „Johannespassion“ BWV 245. Auch für dieses Werk war es – nach der „Markuspassion“ im vorherigen Jahr – die erste Aufführung im Paulinum – Aula/ Universitätskirche St. Pauli. Auch der Sommer hielt für den Chor herausragende Konzerterlebnisse bereit. So durfte er gemeinsam mit dem Pauliner Barockensemble am 14. Juni mit der Kantate „Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!“ BWV 214 das Open-Air-Wochenende des Bachfestes auf dem Leipziger Markt eröffnen. In einem weiteren Konzert im Paulinum – Aula/ Universitätskirche St. Pauli am Folgetag erklang das Werk gemeinsam mit den daraus entwickelten Kantaten I-III des Bachschen Weihnachtsoratoriums BWV 248 ein weiteres Mal. Die Proben und Aufführungen mit diesem weihnachtlichen Werk mitten im Hochsommer stellten für die Musikerinnen und Musiker ein unvergessliches Erlebnis dar.

Das diesjährige Großprojekt der Leipziger Universitätsmusik war der Höhepunkt der Chorsaison: Mit den Aufführungen des „War Requiems“ von Benjamin Britten wurde dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren gedacht. Gemeinsam mit dem Leipziger Universitätsorchester und dem MDR-Kinderchor wurde am 6. und 7. Juli in der Leipziger Peterskirche unter der Leitung des Universitätsmusikdirektors David Timm sowie des Dirigenten des Leipziger Universitätsorchesters Frédéric Tschumi Brittens epochales Werk mit seinem Aufruf zu Frieden und Völkerverständigung dargeboten. Eine Konzertreise im September führte das gesamte Ensemble nach Heidelberg und Tübingen, wo das „War Requiem“ am 6. und 8. September in der Heidelberger Heiliggeistkirche sowie in der Stiftskirche Tübingen erneut zu Gehör gebracht wurde. Nach diesem eindrucksvollen Sommer widmete sich der Leipziger Universitätschor im alljährlichen Chorlager auf Schloss Mansfeld neuen Herausforderungen. Während der intensiven Probenphase vom 2. bis 6. Oktober lag der Fokus auf der Einstudierung der „Hohen Messe in h-Moll“ BWV 232 von Johann Sebastian Bach. Für viele Chormitglieder bereits bekannt, gestaltete sich das Proben des Stückes flüssig. Bevor das Werk schließlich in der Thomaskirche am 23. November dem Leipziger Publikum präsentiert wurde, nahm der Leipziger Universitätschor an der feierlichen Immatrikulationsfeier am 16. Oktober im Gewandhaus zu Leipzig teil. Dabei machten die Sängerinnen und Sänger mit dem ersten Teil der Fest- und Gedenksprüche von Johannes Brahms (Op. 109) sowie einer jazzigen Eigenkomposition von David Timm die neuen Studierenden auf die Leipziger Universitätsmusik aufmerksam. Weiterhin beteiligte sich der Chor am 4. November mit Mendelssohns Version von „Jesu, meine Freude“ am Gedenkkonzert zum 172. Todestag des Komponisten, welches im Paulinum – Aula/ Universitätskirche St. Pauli stattfand. Seinen Abschluss fand das ereignisreiche Jahr schließlich beim Adventskonzert im Paulinum – Aula/ Universitätskirche St. Pauli am 15. Dezember, bei dem alternativ zum traditionellen Weihnachtsoratorium mit Auszügen aus der „Hohen Messe in h-Moll“ und Bachschen Weihnachtskantaten, wie z.B. BWV 70a „Wachet! Betet! Betet! Wachet!“, eine besinnliche und auf die Weihnachtszeit einstimmende Atmosphäre geschaffen wurde.

2020

Das Jahr 2020 begann zunächst vielversprechend mit intensiven Proben der Matthäus-Passion, welche zur Aufführung an Gründonnerstag angedacht war. Schließlich ging es nach den ersten schönen Proben in diesem Jahr in die Semesterferien und alle Unichorist*innen verstreuten sich. Damals noch in dem Glauben auf ein baldiges Wiedersehen war zum Ende der Semesterferien Anfang April klar, dass sich durch die schnelle Ausbreitung des Coronavirus' die Probensituation erstmal erschweren würde.

Als sich die Situation nach dem ersten Lockdown wieder etwas entspannt hatte, erwarteten wir alle mit großer Freude Präsenz-Proben – natürlich unter strengen Auflagen: Mit Abstand, Masken und reduzierter Sänger*innen-Zahl konnten Werke von Schütz, Walter, Brahms, Hambraeus, Bräutigam und Timm erarbeitet werden. Bei diesen Proben war allen Musizierenden stark anzumerken, wie sehr der Chorgesang in den letzten Monaten gefehlt hatte! Auch wenn unsere traditionellen Chorlager, sowohl in Kretzschau als auch in Mansfeld, abgesagt werden mussten, waren doch alle froh über die Möglichkeit überhaupt zu singen.

Die einstudierten Stücke sollten in der Leipziger Thomaskirche unter strikten Auflagen stattfinden, aber diese Pläne mussten immer wieder verschoben und schließlich abgesagt werden, ebenso wie unsere Proben im Paulinum - Aula/Universitätskirche St. Pauli. Es wurde also nach anderen Möglichkeiten gesucht, um weiter musizieren zu können.

Ende Oktober entstand dann die Idee, als offiziell angemeldete Demonstration an verschiedenen Orten in der Stadt Leipzig öffentlich aktiv zu werden und den Menschen wieder etwas kulturelles Leben zu bieten. Immer auf Abstand und mit Masken stellten wir fest, dass auch auf diese Weise wunderschöne gemeinsame Musik entstehen kann. So traf sich jeden Montagabend eine Gruppe von mal mehr, mal weniger Sänger*innen auf dem Marktplatz, um das Projekt „Kultur erhalten“ in die Stadt zu bringen. Bis Mitte Dezember, mit immer mehr Kleidungsschichten eingepackt, ließen wir dabei viele kleine Stücke und auch Weihnachtsmusik erklingen. Doch als im Dezember dann die Corona-Zahlen weiter stiegen und der erneute Lockdown beschlossen wurde, kam auch dieses Projekt zum Erliegen. Dennoch blickten wir mit Zuversicht auf den Jahreswechsel und hofften, dass sich die Gesamtsituation im kommenden Jahr wieder etwas entspannen wird.

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