Von Beginn an verlieh Musik offiziellen Feiern und akademischen Veranstaltungen Glanz und umrahmte zudem die Universitätsgottesdienste. 1503 sind erstmals Zahlungen der Universität an einen Organisten und einen Kantor für eine universitäre Feierlichkeit belegt. Seit 1718 weisen Rechnungsbücher regelmäßige Zahlungen an universitätseigene Organisten aus. An den Kernaufgabgaben des Universitätsorganisten hat sich bis heute kaum etwas geändert: er spielt Orgeln zu universitären Anlässen sowie in Konzerten im Paulinum und ist für die Musik in den Universitätsgottesdiensten verantwortlich.

Universitätsorganist Daniel Beilschmidt

Unversitätsorganist Daniel Beilschmidt

Daniel Beilschmidt, geboren 1978, studierte Orgel mit Konzertexamen bei Arvid Gast, Ullrich Böhme, Stefan Johannes Bleicher, Hans Fagius, Bernhard Klapprott und Michael Kapsner in Leipzig, Kopenhagen und Weimar.

2002 gewann er den ersten Preis um ein Stipendium der Hans-und-Eugenia-Jütting-Stiftung Stendal, 2008 errang er den Ritter-Preis beim IV. August-Gottfried-Ritter-Wettbewerb Magdeburg sowie den vierten Platz beim Internationalen Bachwettbewerb Leipzig.

2009 wurde er in das Amt des Leipziger Universitätsorganisten berufen, 2009 bis 2015 war er Assistenzorganist an der Leipziger Thomaskirche. Seit dem Wintersemester 2015/16 ist er künstlerischer Mitarbeiter an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig.

Konzerte führten ihn über Deutschland hinaus nach Norwegen, Dänemark, Belgien, Polen, Russland, Georgien, Spanien, Argentinien, Mexiko, in die Schweiz, die Ukraine und die USA. Er arbeitete u.a. mit dem Gewandhausorchester, Thomanerchor, MDR-Rundfunkchor, Jerusalem Symphony Orchestra, amarcord, dem Oboisten Ramon Ortega Quero, Malte Arkona oder Günter „Baby” Sommer zusammen.

Beilschmidt pflegt die ganze Breite des Repertoires von frühester Orgelmusik bis zu Werken des 20. und 21. Jahrhunderts, wobei das Orgelschaffen der Renaissance, J.S. Bachs und Olivier Messiaens sowie die Improvisation Schwerpunkte seiner Arbeit bilden. 2018 führte er in Leipzig und Gießen die 12 großen Orgelwerke von César Franck auf.

Darüberhinaus überschreitet er immer wieder die Grenzen des angestammten Orgelrepertoires. So arbeitete er mit Nora Thiele (Percussion), Thomas Thieme (Texte), Johannes Malfatti (Elektroakustik) oder Irina Pauls (Tanztheater) zusammen. 2015 leitete er das szenische Vokalprojekt „incoronata“ mit dem Leipziger Chor „Thonkunst“ und der 2013 von ihm selbst gegründeten „Capella St. Pauli“, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung frankoflämische Vokalpolyphonie sangen. Er war außerdem Mitglied des avancierten Leipziger Bandprojektes Mud Mahaka, arbeitete mit Eva Milner von den „Hundreds“ oder der mexikanischen Band Ampersan.

Auch als Komponist tritt Daniel Beilschmidt hervor: im August 2012 erlebte sein Orgelstück „verwandlung”, geschrieben für die große Silbermannorgel des Freiberger Domes, seine Uraufführung. Im Mai 2015 präsentierte der GewandhausChor Leipzig das Programm „Der stumme Krieg“ mit neu verfasster Musik von Beilschmidt und vier weiteren Komponisten. Im Mai 2018 wurde als Auftragswerk zum 50. Jahrestag der Sprengung der Alten Leipziger Universitätskirche das Stück „Visionen“ nach Texten der Bibel für Chor, Sopran- und Bass-Solo, zwei Orgeln und vier Instrumente in der Neuen Universitätskirche uraufgeführt. Für März 2020 war mit dem GewandhausChor die Uraufführung von „Deine Nacht - Passion nach Johannes” (Libretto: Christian Lehnert) geplant.

 

Zur Chronik der Leipziger Universitätsorganisten
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