Veranstaltung am

Veranstaltungsort: Paulinum - Aula und Universitätskirche St. Pauli

Aus Anlass des 30. Todestages von John Cage führt der Leipziger Universitätsorganist Daniel das gesamte Orgelwerk des US-amerikanischen Komponisten John Cage in einem einzigen Konzert auf. Cage gehört zu den einflussreichsten Figuren der Musik des 20. Jahrhunderts. Dass sich Cage auch mit der Orgel beschäftigte, ist vielen kaum bekannt. Deswegen ist in Leipzig gerade das Paulinum – Aula/Universitätskirche mit seinen zwei einzigartigen, neuen Orgeln der ideale Ort, um mit einer sommerlichen Orgelnacht dieses Oeuvre nicht nur zum Klingen zu bringen, sondern das Publikum während des Konzertabends zum direkten ästhetischen Austausch einzuladen.

Universitätsorganist Daniel Beilschmidt an den Orgeln von Jehmlich und Metzler

Zum Programm

Das von der American Guild of Organist (AGO) 1983 beauftragte Stück „Souvenir“ sollte sich nach Wunsch der Auftraggeber etwa am Klavierstück „Dream“ von 1948 orientieren. Darum sind beide Stücke nebeneinander zu hören.
Das spätestens seit der auf 639 Jahre angelegten Klanginstallation in der Halberstädter St.-Buchardi-Kirche international für Aufsehen sorgende Orgelstück „Organ²/ASLSP“ (As slow as possible) bildet den Spätstil von Cage wunderbar ab: lange, liegende Klangflächen, unterbrochen von Momenten der Stille. Die acht Sätze des Werkes folgen aufeinander, worauf einer der Sätze an beliebiger Stelle im Zyklus wiederholt werden kann.

Mit Some of “The Harmony of Maine” für Organist und sechs Assistenten kommt etwas Happening-artiges in die Gesamtaufführung. Das Stück nimmt Bezug auf eine der frühen nordamerikanischen Musikquellen, eine Choralsammlung von Supply Belcher in Maine/Massachusetts aus dem 18. Jahrhundert. Das Stück verdeutlicht Cages bedeutenden Beitrag zu einer genuin US-amerikanischen Musik, die sich vom klassischen Erbe Europas löst. Cage griff mit Zufallsoperationen in die Originalpartitur ein und nahm so Noten weg, verkürzte oder verlängerte sie. Während der Aufführung wird die solcherart entstehende schwebende Textur von kontinuierlichen Klangwechseln durchsetzt. Diese Klangwechsel werden von sechs Registranten organisiert, die sich an beiden Seiten des Spieltischs gruppieren.

 

An der Metzler-Orgel

Dream (1948)

Organ²/ASLSP (1987)

- PAUSE -

An der Jehmlich-Orgel

Some of “The Harmony of Maine” (1978)
for organist and six assistants

Souvenir (1984)

Karten gibt es voraussichtlich ab Ende Juni im Vorverkauf bei unseren VVK-Stellen